Wie geht es dir mit dem heutigen 8. März? Wie ist dein Gefühl dazu?

Ich habe mir deshalb Gedanken zum Weltfrauentag gemacht, weil ich keine besondere Befürworterin davon bin. Nicht weil mich die Gleichstellung der Frauen in dieser Gesellschaft nicht interessiert, sondern weil ich glaube, dass die Debatte an ganz anderer Stelle geführt werden müsste. Im Herzen jedes einzelnen Menschen. Dort, wo Yin und Yang sich treffen.

Solange wir einen Weltfrauentag brauchen, sind wir als Menschheit nicht angekommen. Ein Tag wie dieser erzeugt Trennung auf allen Ebenen und wir vergessen dabei, wie sehr wir einander – Männer und Frauen – brauchen, um wahres Menschsein in seiner Ganzheit zu leben.

Wenn wir Frauen auf unsere Sonderstellung hinweisen müssen, bedeutet das, dass wir in uns SELBST als Frauen noch nicht angekommen sind. Dass wir Ressentiments hegen, Ungerechtigkeit spüren oder uns vielleicht unbewusst erhaben fühlen. Selbst, wenn so manches Gefühl berechtigt ist, scheint die Zeitqualität uns auf eine ganz neue Stufe heben zu wollen. Dorthin, wo das Erwachen geschieht. Wo das neue Bewusstsein Einzug hält. Wo Frauen aus ihrer Ohnmacht heraustreten und in ihre Kraft hineinwachsen.

Frauen wissen um die verwundete Erde und um emotional verletzte Männer. Sie wissen um ihre eigene Verwundbarkeit. Sie wissen, dass das Einzige, was wirkliche Heilung bringt, Liebe ist, die aus ihren Herzen kommt. Eine Liebe, die sie mutig im Alltag aufstehen lässt, ihre Brut zu verteidigen, Grenzen zu stecken und für sich SELBST einzustehen. Alle Frauen wissen intuitiv um diese Kraft, die ich Liebe nennen möchte.

Der Feminismus hat viele von uns von diesem intuitiven Wissen abgetrennt. Frauen wollten die besseren Männer werden und haben viel von ihrer Weiblichkeit geopfert. Wahre Emanzipation geht aber viel tiefer als die Forderung nach denselben Gehältern. Wirkliche Gleichstellung bedeutet Achtung vor dem anderen Geschlecht. Und Respekt sich SELBST gegenüber. Es bedeutet, Männern ihre Männlichkeit zu lassen, indem diese ihre Qualitäten verantwortungsvoll ins Kollektiv einbringen. Männliche Qualitäten haben mit Autorität, Struktur, Zielgerichtetheit und Abenteuer zu tun. Aber keinesfalls würde ein erwachter Mann diese Qualitäten missbrauchen und seiner Umwelt damit Schaden zufügen. Eine natürlich männliche Qualität ist es nämlich auch, zu beschützen. Nicht im Sinne, dass Frauen als hilflose, bedürftige Wesen einen Mann brauchen, um überleben zu können, sondern um jene Geborgenheit zu erfahren, aus der heraus sich ihre Qualitäten in voller Blüte und zum Wohle aller entfalten können.

Diese Welt braucht Frauen. Und sie braucht Männer. Sie braucht Frauen, die den Planeten und die Menschheit nähren. Und sie braucht Männer, die die Struktur vorgeben und jenen Raum schaffen, in dem Frauen aus ihrer weiblichen Energie heraus Dinge in die Welt bringen, ja gebären können. Eine Frau wird durch einen Mann. Und das nicht nur bei der Empfängnis. Sondern im Lauf des Lebens. In der persönlichen Entwicklung. Genauso wird ein Mann ein Mann durch eine Frau. Ich glaube, dass die Sehnsucht danach in beiden Geschlechtern groß ist.

Ja, Frauen ist über Jahrtausende hinweg viel Leid widerfahren. Sie wurden entwürdigt, gedemütigt, unterdrückt, mundtot gemacht, der Lächerlichkeit preisgegeben und am Scheiterhaufen verbrannt. Und warum? Weil MANN instinktiv um deren Kraft und Weisheit wusste. Jeder Mann weiß unbewusst, dass wenn eine Frau fähig ist, Leben zu schenken, dieses auch wieder zerstören kann. Es ist die pure Angst des nicht erwachten Mannes, die ihn zu solchen Gräueltaten verleiten lässt. Die Geschichte ist voll davon. Ein Mann, der nicht erwacht ist, hat das heilige Weibliche in sich SELBST nicht anerkannt und gewürdigt.

Eine Frau, die sich hilflos fühlt, hat ihren Inneren Mann noch nicht zum Leben erweckt. In jedem Yin befindet sich ein Yang und umgekehrt. Das Eine existiert nicht ohne das Andere. Wenn wir in uns SELBST, Frauen wie Männer, eine Balance zwischen den beiden Kräften herstellen, dann wird auch diese Erde zurück in ihr Gleichgewicht finden, weil alle weiteren Begegnungen mit Mensch, Tier und Natur von dieser Ausgewogenheit profitieren werden. Ein erwachter Mann wird keine Entscheidung fällen, die die Natur aus einem egoistischen Anspruch heraus ausbeutet. Und eine erwachte Frau wird keinen Mann aus einer Gekränktheit heraus verurteilen.

Die Liebe wohnt im Herzen des Menschen. Sie ist ein Gefühl von Wärme, Akzeptanz, Frieden und Freude. Meist haben Frauen einen besseren Zugang zu ihr, weil sie ihre Emotionen naturgemäß und natürlich in den Zyklen ihrer Reifung ausleben. Ihre Möglichkeiten zu geben und zu lieben sind unbegrenzt. Wenn wir Frauen das verstanden haben und aus der Liebe heraus, uns SELBST und die Menschheit in ein neues Gleichgewicht bringen, dann geschieht wahrhaftig Neues. Dann gibt es keine Trennung mehr. Keine Debatte über das starke und schwache Geschlecht, keinen Neid über Fähigkeiten und Fertigkeiten, keinen Wettbewerb. Was bleibt ist die Anerkennung des Natürlichen. Dass Männer körperlich stärker sind, Frauen vielleicht psychisch. Und dass es im Zusammenleben immer darum geht, dass sich beide ergänzen. Das Analytische und das Kreative. Das Strukturierte und das Inspirative. So als würde daraus ein Tanz entstehen, den Männer und Frauen gleichermaßen genießen.

Vielleicht ist dieses 21.Jahrhundert das Jahrhundert der Frauen. Aber keinesfalls soll es so verstanden werden, dass über Macht oder Kontrolle diskutiert werden muss. Das ist das alte Paradigma, das gerade dabei ist sich zu verabschieden. Die Lösungen der Zukunft basieren auf wieder erwachenden Werten, die vor allem die Frauen ins Kollektiv tragen. Und diese werden umso nachhaltiger sein, je mutiger sich die Frauen auf ihre ursprüngliche Bestimmung besinnen. Auf ihre weiblichen Qualitäten der Fürsorge und Hilfe, des Trostes und der Vergebung, der Empathie und Schönheit. Und der Liebe.

Mit all diesen Qualitäten, wenn sie denn SELBSTbewusst integriert und gelebt werden, nehmen Frauen Männer an die Hand und helfen ihnen dabei, den Missbrauch der letzten Jahrtausende zu beenden. Vielleicht ist das die wahre Aufgabe, die uns Frauen bevorsteht. Männer in ihr Herz zu führen. Das wird sich auf alle Bereiche dieser Gesellschaft, ob ökonomisch oder ökologisch, politisch oder sozial, auswirken. SELBSTbewusste Frauen, die sich mit ihrer Seelenessenz verbunden haben, sind in ihre wahre Stärke erwacht und wirken aus einem HERZlichen SELBSTverständnis heraus, in Liebe, weil sie das Wohl aller im Blickfeld haben.

Diese Kraft, die gleichberechtigt in Männern wie Frauen existiert, hat meines Erachtens viel mehr Substanz als alle trennende Polemik zum Weltfrauentag.

Aber vielleicht denkst du ganz anders und möchtest dein Gefühl, deine Meinung oder deine Wahrnehmung in den Kommentaren teilen. Dafür sag ich DANKE.

 

Sehr HERZliche Grüsse

Erika

 

 

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