Die Geschichte der Runaway bride gab es nicht nur in Hollywood, als Julia Roberts in ihrer Rolle als Maggie Carpenter im Jahr 1999 größte Mühe hatte, vor den Traualtar zu treten.

Sie trug sich auch tatsächlich in Österreich Ende Juni 1998 zu. Vielleicht nicht ganz so dramatisch, aber in ihrer Essenz so gut wie ident. Und wer weiß, ob der Film sich nicht gar unwissentlich und ganz unbewusst von meiner Geschichte hat inspirieren lassen 😉 …

 

Das Datum jedenfalls liegt lange zurück und fast wird es mir unheimlich, wenn ich daran denke, wie viele Jahre seither vergangen sind.

Eine Hochzeitsabsage, zwei Monate vor dem geplanten Termin. Nein, das nimmt man sich nicht vor. Es ist nicht so, dass man als Teenager den Entschluss fast, dass wenn der Hochzeitstermin eines Tages stehen sollte, man rechtzeitig das Ganze platzen lässt. Das Thema ist viel vielschichtiger, als auf den ersten Blick angenommen. Aber die Ursache für das Verhalten soll nicht Ziel des Blog-Artikels sein. Dazu komme ich vielleicht ein andermal.

 

Ich erzähle dir

 

  1. viel lieber, was in mir vorging, bevor es dazu kam
  2. was ich gewonnen habe, dadurch dass ich den Schritt in das Eheleben nicht getan habe und
  3. inwieweit dir diese Geschichte helfen kann

 

Jänner 1998: Während ich mich mit Liebe und Begeisterung den Taufvorbereitungen für meinen Neffen David, dessen Patin ich werden sollte, widmete, verursachte mir der Gedanke an meine eigene Hochzeitsvorbereitung ziemlichen Stress.

Es stimmte, dass ich bereits einige Monate zuvor aus der Beziehung ausbrechen wollte, aber irgendwie ließ ich mich davon überzeugen, dass ein Verbleib die bessere Lösung war. Und außerdem: ich war wirklich alt genug, um Ja zu sagen. Am Land war es einfach so Sitte. Vielleicht ist dir dieses Gedankenspiel nicht unbekannt?

Der Stress nahm trotzdem zu. Die innere Unruhe auch. Als ich dann auch noch ein Büchlein mit dem Treueschwur, der in der Kirche zu leisten war, geschenkt bekam, bekam ich selbst es mit der Angst zu tun. Nein, der Schritt fühlte sich ganz und gar nicht stimmig an. Es wäre eine glatte Lüge, diese Sätze zu sprechen. Ich konnte überhaupt nicht garantieren, dass ich in guten wie in bösen Tagen immer an der Seite dieses Mannes sein würde. Trotz dessen Güte, Freundlichkeit, Verehrung und Liebe. Ich wusste gar nicht mehr, wie meine Gefühle ihm gegenüber wirklich waren. In mir breitete sich einfach Panik aus. Kennst du diesen Zustand?

Je näher das Ende des Schuljahres kam, desto größer wurde der innere Druck. Meine Schüler und deren Eltern waren längst informiert, an welchem Tag und zu welcher Stunde in dem kleinen Ort Kirchschlag die Hochzeit stattfinden sollte. Wenn ich sie also nicht rechtzeitig informierte, würden an jenem 29. August viele Gäste ziemlich perplex und sehr ungeduldig vor der Kirchentür warten.

 

Also tat ich es. Ich nahm allen Mut zusammen. Und sagte NEIN.

 

Es war wie ein Erdbeben für alle jene, die längst über das bevorstehende Fest Bescheid wussten. Niemand verstand, wie ich so eine Entscheidung treffen konnte. Vielleicht nicht einmal ich selbst.

In all dem Stress hatte ich auch keine Mühe gescheut, die Absage so ungalant wie möglich zu zelebrieren. Per Mobiltelefon. Nein, darauf bin ich nicht stolz. Heute weiß ich es besser. Aber damals waren meine Persönlichkeitsstruktur und mein Bewusstsein noch etwas anders gestrickt.

Die Entscheidung war für alle ein Schock und ich konnte zunächst nicht einmal die Erleichterung in mir wahrnehmen, geschweige denn genießen. Zu viele Fragen und Anschuldigungen prasselten auf mich hernieder. Ich fühlte mich schuldig und strafte mich in Folge selbst mit allerlei Krankheiten, die sich in regelmäßigen Abständen über drei Jahre hinweg meldeten.

Das war der körperlich-psychische Preis. Es gab auch noch jenen materieller Natur. Einen Schuldenberg nämlich, den ich in Folge alleine abarbeitete, nachdem mein Ehemann in spe sich logischerweise aus einem Kaufvertrag zurückgezogen hatte. Und einen emotionalen Preis: In meiner Familie fühlte ich mich eine ganze Weile gar nicht wohl.

Es dauerte, bis ich verstand, was passiert war. Ich hatte die Freiheit und Selbstbestimmtheit gewählt. Ich wollte nicht in den Käfig einer legalisierten ehelichen Verbindung eintreten. Ein solcher Käfig bedeutete für mich Enge. Und eine Verantwortung, der ich mich nicht gewachsen fühlte. Vielleicht haben sich in deinem Leben ähnliche Ängste gemeldet?

Nicht nur stand mir plötzlich die Welt erneut offen, auch hatte ich mein erstes klares und gut hörbares NEIN ausgesprochen, das eine bis dato versteckte Facette in mir zum Vorschein brachte. Ehrlichkeit mir selbst gegenüber. Es war das wichtigste, mir selbst und meiner Natur treu zu bleiben. Das zu leben, was ich in mir als Wahrheit spürte. Authentisch zu sein. Ich nahm es in Kauf, jemandem weh zu tun, weil ich wusste, dass dieser Schmerz gering war im Vergleich zu jenem, der diesen Mann sehr wahrscheinlich später ereilt hätte.

Es dauerte Jahre, ehe ich dem Menschen, den ich wohl am allermeisten in meinem Leben verletzt hatte, wieder begegnete. Und es schien, als würde die Wunde langsam heilen. Inzwischen ist viel Zeit vergangen und es gibt ein Verstehen zwischen zwei erwachsenen Menschen.

 

Die Seele kennt den Weg.

 

Sie signalisiert uns, wohin wir unsere Schritte lenken sollen, um zuFRIEDEN, also im Frieden zu sein. Sie schickt uns Zeichen. Der Dirndlstoff, aus dem das Hochzeitskleid hätte geschneidert werden sollte, wollte und wollte nicht geliefert werden. Und natürlich gab es noch allerlei andere Zeichen, dass die bevorstehende Entscheidung nicht im Einklang mit der Sehnsucht meines Herzens stand.

 

  • Vielleicht kennst du solche Momente?
  • Vielleicht stehst du vor einer solchen Entscheidung?
  • Vielleicht weißt du nicht genau, was du tun oder wie du dich entscheiden sollst?
  • Dann halte inne, denn ein Teil von dir kennt die Antwort.
  • Es sind Herz und Seele, die um die Antwort wissen.

 

Gewiss, es braucht Mut, um sich zu der Entscheidung zugunsten deiner ganz persönlichen Wahrheit durchzuringen. Niemand nimmt dir diesen Kraftakt ab. Aber wenn du es schaffst, aus dir selbst heraus, dein tiefes und wahres NEIN oder JA auszusprechen, beginnst du, über dich selbst hinaus zu wachsen und schlägst gleichzeitig noch tiefere Wurzeln.

Du gewinnst Integrität und die Achtung der anderen, wenn auch nicht immer sofort. Und hast einen mächtigen Schritt in Richtung Selbstliebe getan. Das ist vielleicht das aller Wichtigste.

Wenn es um wichtige Entscheidungen in deinem Leben geht, dann sag erst JA, wenn du es 100% ig in dir spürst. Es braucht ein inneres Feuer. Und das nährt sich aus deiner ganz persönlichen Wahrheit und aus deinen teuersten Werten. Aus den Werten, für die du durchs Feuer gehen würdest. Bei mir ist das der Wert der Freiheit und Unabhängigkeit.

Wenn du mehr über die Kommunikation von Herz und Seele erfahren und Tipps für die Entscheidung zugunsten deines Herzens erhalten möchtest, dann hol‘ dir gleich dein Gratis-Geschenk (im gelben Kasten unterhalb des Artikels).

 

Vielleicht möchtest du in den Kommentaren von ähnlichen Erfahrungen erzählen.

 

Wie ist es dir dabei ergangen? Was hat es mit dir gemacht? Und was hast du gewonnen?

 

Ja, und was so ein Nein zu einer Hochzeit sonst noch bewirken kann, und auf welch‘ unerwartete Wege man in Folge gestupst wird, erfährst du im nächsten Blogartikel.

Ich freu‘ mich schon jetzt auf dich.

 

Deine Erika

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