Niemand darf seine Wurzeln vergessen.

Sie sind Ursprung unseres Lebens.


Federico Fellini

Kennst du deine Vorfahren? Weißt du, wer sie waren und wie sie gelebt haben? Kennst du ihre Schicksale?

Des Menschen Bedürfnis ist es, seinem Leben Sinn zu geben. Es mit Sinn zu erfüllen. Wir wollen wissen, wer wir sind, und was wir in diesem Leben verwirklichen möchten. Auf der Suche nach Antwort, können wir wertvolle Impulse in der Rückschau auf unsere Ahnenkette finden. Ein Bewusstwerden über unseren Stammbaum schenkt uns ein Gefühl tiefer Verwurzelung in unserem Familiensystem. Und sehr oft macht es uns demütig angesichts der Schicksale, mit denen unsere Vorfahren konfrontiert waren. Wir erfahren über die Licht- und Schattenseiten unserer Linie, erkennen unseren Platz und verstehen mehr über die Aufgaben, die uns fordern, herausfordern oder auch erfüllen.

 

Mitgefühl entwickeln

 

Eine Reise in die Vergangenheit kann einen großen Schatz zu Tage befördern. Ich selbst habe mich vor Jahren daran gemacht, Geschichten rund um die Familie zu sammeln. Ich habe meinen Eltern lange zugehört und das Erzählte aufgeschrieben. Altes Fotomaterial hat dabei die Geschichten sehr lebendig werden lassen. Bei genauer Betrachtung der Bilder verbunden mit dem Wissen über die Schicksale der Ahnen, hat sich ein Mitgefühl für meine „Sippe“ und für meine eigene Existenz eingestellt. Ich habe meine Schwierigkeiten in diesem Leben viel besser verstehen gelernt und konnte mir vieles verzeihen.

Gerade schwierige Verbindungen mit Familienmitgliedern oder Vorfahren können gelöst werden, wenn der aufrichtige Blick auf die Geschichte Licht ins Dunkel bringt. In Familienaufstellungen wird das Nicht-Sichtbare sehr schnell offensichtlich. Es ist eine schöne Möglichkeit, Ordnung in ein System und seine Verstrickungen zu bringen. Ganz offenkundig wird dabei auch, dass der Einzelne im System seinen Platz hat und auch einnehmen muss. Ein Ausschluss bedeutet ein Ungleichgewicht, das sich energetisch durch Süchte, Exzesse, Krankheit oder auch Unglück manifestieren kann. Wir sind mit unseren Ahnen und unseren Blutsbrüdern verbunden und ihr geistig emotionales Erbe wirkt in jedem von uns fort.

Wenn wir im Unfrieden sind mit diesem Erbe, sind wir nicht in unserer Lebenskraft. Wir sind auch nicht im Hier und Jetzt, da ein großer Teil der Energie gebunden bleibt. Das Unerledigte wird immer wieder seine Aufmerksamkeit fordern.

Schicksale gibt es in allen Systemen. Oft genug sind Väter nicht vom Krieg heimgekehrt. Oft genug sind Mütter bei der Geburt ihrer Kinder gestorben. Oft genug haben andere Schicksale tiefe Trauer über die Familien gebracht. Und sehr oft gab es nicht genug Liebe und Zuwendung für die Kleinsten, weil der Kummer das eigene Leben dominiert hat. Wenn man für dieses Erbe ein Verständnis entwickelt und wenn es gelingt, in unseren Urvätern und Urmüttern die kleinen verunsicherten Kinder wahrzunehmen, die sie einst waren, dann kann Heilung auf einer ganz neuen Ebene stattfinden.

 

Heilung zulassen

 

Im Niederschreiben der Familiengeschichte habe ich ein ganz neues Verständnis über Zusammenhänge in meinem Familiensystems erhalten. Die Auseinandersetzung hat mir wertvolle Auskünfte über tief verankerte Glaubenssätze gebracht, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Niemand hat sie in Frage gestellt und also war das Leben gemäß dem Glauben, den man in sich trug. Auch tiefe Angstthemen, sehr oft die Existenz betreffend, sind in den Zellen unseres Familiensystems gespeichert und wurde also an uns weiter gegeben.

Wenn wir frei davon werden wollen, müssen wir uns diesen Gefühlen stellen. Der Prozess wird uns helfen, Blockaden zu durchbrechen, um das Hinderliche zu beseitigen und um in Folge zu leben, wofür wir hier sind. Es geht dabei nicht um ein Loshaben wollen, sondern um ein dankbares Zurückgeben all dessen, was nicht Unseres ist. Es hätte an anderer Stelle geklärt werden wollen. Aber es war nicht. Das Versäumnis hat dazu geführt, dass wir an der Spitze des Stammes, die alten Aufgaben erledigen. Aber gewiss nicht ohne den Dank der Ahnen, die auf einer anderen Ebene wohlwollend auf uns blicken und uns dabei unterstützen.

Jahrzehntelang habe ich unter einem gespannten Verhältnis zu meinen Eltern gelitten. Ich war unglücklich über die Beziehung. Ich hegte auch stille Vorwürfe. Eigentlich hatte ich mir von Kindesbeinen an andere Eltern gewünscht. Erst mit der Bewusstwerdung meines Weges wurde mir klar, dass sie die einzig richtigen Eltern für mich sind. Und dass alles, was als Schwierigkeit erschien, auf der Kehrseite der Medaille Schönes beinhaltet. Alles hat zwei Seiten. Der Schatten gehört zum Licht. Und um ein erfülltes, gesundes Leben zu leben, braucht es die Balance der beiden. Im Grunde liegt in allen Problemen ein Segen. Wir müssen nur den Blickwinkel verändern.

 

Im Frieden sein

 

Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte unserer Familie ist ein Prozess der Vergebung. Er macht uns frei für das Hier und Jetzt und für unser Leben, so wie wir es uns als Seele vorgenommen haben. Er setzt Energien frei für das, was wir wirklich in dieses Leben bringen wollen. Er bringt uns auf die Spur unseres ganz individuellen Lebenstraumes. Nach dem, was sich die Seele für dieses Leben vorgenommen hat. Die Seele ist immer vollkommen und mit allem in Frieden. Sie ist unbeeindruckt von den Dramen, die sich abgespielt haben mögen, denn sie weiß, dass trotz vieler Schwierigkeiten oder gerade deshalb im Leben sehr viel Lichtvolles entstehen kann.

Wenn wir vom Leben zuerst gebeutelt und dann geläutert werden, entwickeln wir alle Ressourcen, die es braucht, um den Stürmen des Lebens standzuhalten. Der Schmerz bringt uns tiefer in die Erde und ermöglicht so eine Verwurzelung, die es erlaubt, hoch hinaus zu wachsen. Dem Licht entgegen. Die Energie des Alten lebt in uns fort und wenn wir es annehmen können, dann stehen uns unsere Ahnen mit ihrer Kraft und Weisheit heute in unserem Leben zur Verfügung. Der Gewinn dieser Auseinandersetzung ist ein In Frieden Kommen mit dem eigenen Stamm. Denn die Alten, die gegangen sind, wünschen sich nichts sehnlicher, als dass wir ein Werk, das sie einst begonnen haben, zu Ende zu bringen. Oder aber sie wünschen sich, dass ein Werk, das sie aus unterschiedlichen Gründen nie verwirklichen konnten, durch uns lebendig wird.

Die gegenwärtige Zeit erfordert ein Hinschauen, eine Reinigung und Klärung auf allen Ebenen. Wir dürfen uns dieser Aufgabe mutig stellen. Zum Einen, weil wir alle Voraussetzungen mitbringen, um in Folge unsere Herzenswünsche verwirklichen zu können. Zum Anderen, weil es Teil unserer Verantwortung ist, den Boden für eine neue Erde zu bereiten. Alle, die nach uns sein werden, werden sich gesegnet fühlen.

Als ich die Familiengeschichte meiner Mutter zu ihrem 70. Geburtstag übergab, machte ich nicht nur IHR die größte Freude, sondern mit Sicherheit auch den Ahnen und mir SELBST. Die Geschichte wollte geschrieben werden und wurde vom Spirit der Alten begleitet. Ich jedenfalls habe gefühlt, wie etwas seinen Abschluss fand. So als wäre nun alles an seinem Platz und so als könnte ich nun in MEIN Leben gehen. So, als wäre ich mit meiner Sippe nun in Frieden.

Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt,

der froh von ihren Taten, ihrer Größe,

den Hörer unterhält und, still sich freuend,

ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht.

 

 Johann Wolfgang von Goethe

 

Wenn wir unsere eigene Lebensreise verstehen möchten, dann ist eine Reise zu unseren Ahnen unumgänglich. Vielleicht möchtest du dich auf den Weg machen? Dann wünsche ich dir für diese Reise in die Vergangenheit die Offenheit eines Kindes, das Mitgefühl und die Fürsorge einer Mutter und den Mut eines Kriegers.

Wenn du dich von deiner Seele leiten lässt, wird diese Reise eine Reise der Wunder werden und du wirst Schätze heben, von denen du zuvor nur geträumt hast.

Und wie immer biete ich dir an, dich auf deiner Reise zu begleiten. Melde dich!

 

HERZlichte Grüsse

Erika

 

 

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