Seit gestern befinden wir uns in der Fastenzeit. Vierzig Tage dauert sie. Und für jeden bedeutet sie etwas anderes. Wir selbst entscheiden, ob wir mehr Bewusstheit in den Alltag bringen wollen.

Das Fasten hat für viele einen sehr negativen Beigeschmack. Verzicht ist nicht die Stärke der heutigen, modernen Gesellschaft. Wir definieren unsere Freiheit gerne darüber, dass wir unsere Bedürfnisse jederzeit und sofort stillen können und vergessen dabei, wie weit wir bereits in Abhängigkeiten geschlittert sind. Freiheit ist ohne Bindung nicht möglich. Die absolute Freiheit als menschliche Inkarnation gibt es nicht. Es mögen die Gedanken frei sein. Der Geist. Die Seele. Aber die Tatsache alleine, dass wir einen Körper haben, macht uns unfrei. Das dürfen wir akzeptieren.

 

  1. Wahre Freiheit leben

Wahre Freiheit entsteht dadurch, auf etwas, das man sich jederzeit gönnen oder leisten könnte, bewusst zu verzichten. Die Entscheidung, es bewusst jetzt nicht in Anspruch zu nehmen, bedeutet wahre Freiheit. Um das zu verstehen, könnte die Fastenzeit die Probe aufs Exempel sein.

Wenn wir auf Süßes verzichten wollen und in Versuchung geraten, könnten wir zum Beispiel innehalten, unsere Gedanken beruhigen, still werden und das Ego, das alles sofort und um jeden Preis will, entlarven. In dieser Stille steigt möglicherweise das wahre Bedürfnis, das hinter dem Verlangen nach Süßem liegt, in uns hoch: vielleicht bräuchten wir einfach jemanden zum Reden, oder die Nähe eines lieben Menschen, oder wir würden viel lieber küssen oder mit den Kindern in aller Ruhe kuscheln. Vielleicht würden wir auch gerne in die Sonne gehen, die Wärme spüren oder einfach nur unserem Inneren lauschen. Das Süße im Außen steht für eine Sehnsucht nach Süße im Innen. Wenn wir das erfolgreich erkannt haben, ist der Verzicht in der Fastenzeit kein Problem mehr. Das ist wahre Freiheit. Sie beschenkt uns mit einem Gefühl innerer Leichtigkeit und Zufriedenheit.

 

  1. Das Zuhause ordnen

Laut Vilfredo Pareto, der von 1848 bis 1923 gelebt hat, werden 80% der Ergebnisse verschiedener Aktivitäten mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht. Das Paretoprinzip lässt sich im Kleiderkasten genauso gut anwenden wie in der Küche oder im Badezimmerschrank. 20% unserer Kleider und Schuhe tragen wir in 80% der Fälle. Und genauso verwenden wir 20% des Geschirrs in der Küche, um 80%  der kulinarischen Ergebnisse zu erzielen.

Damit erübrigt sich die Frage, inwieweit uns das 20. Paar Schuhe im Schrank wirklich dient. Wir könnten die Fastenzeit dazu nützen, den Kleiderkasten nach jenen Teilen zu durchforsten, die uns schon lange nicht mehr dienen oder auch unserer aktuellen Persönlichkeit nicht mehr entsprechen. Genauso gut würden sich die Geschirrkästen freuen, wenn jene Teile, die seit Jahren ein stiefmütterliches Dasein fristen, noch einmal angefasst würden, um als Spende weitergereicht zu werden. Der Kleiderkasten wäre schlanker. Die Küche auch. Es wäre mehr Platz. Und mehr Luft zum Atmen. Alles in allem würde sich eine wohltuende Leichtigkeit einstellen.

Ganz nebenbei lernen wir loszulassen und uns von Anhaftungen zu befreien. Das ist ein wunderbarer Nebeneffekt. Wenn wir etwas weggeben und spüren, dass es unsere Existenz nicht beeinflusst, fühlen wir uns in unserem Inneren sicherer verankert.

Das Loslösen von Dingen ist eine exzellente Übung, um dem wahren Sein und der Unvergänglichkeit des Lebens auf den Grund zu kommen.

 

  1. Den Körper reinigen

Es ist natürlich, dass sich in unserem Zuhause Staub ansammelt und sich täglich in irgendeiner Form Unordnung ausbreitet. Wer Energien sensibel wahrnimmt, spürt allerdings, dass eine geordnete Umgebung einen viel schöneren Energiefluss erzeugt. Wir fühlen uns wohler. Alles in diesem Universum strebt nach Balance. Wenn wir es auch nicht immer bewusst wahrnehmen, eine verschmutzte Umwelt stört unseren Geist. Wir haben ein natürliches Gespür für Harmonie und wissen einfach, wenn etwas schön und ausgewogen ist.

Genauso geht es unserem Körper. Er strebt nach Balance. Damit alle Zellen und Bakterien in Harmonie zusammenarbeiten können, braucht es einen wachen Geist, der dem Körper das Nahrhafte und Lebenspendende zuführt. Die Fastenzeit könnte eine Gelegenheit sein, um auf industriell manipulierte Nahrung zu verzichten, den weißen Zucker, der nur noch pure raffinierte Kohlenhydrate beinhaltet, sowie das weiße Mehl, das über Jahrzehnte manipuliert wurde, wegzulassen. Wenn der Weizen vor Jahrhunderten ein lebenspendendes Grundnahrungsmittel war, dann deshalb, weil er weder überzüchtet noch durch Genforschung manipuliert war.

Unser Körper muss viel zu schwer arbeiten, wenn er täglich mit Nahrungsmitteln versorgt wird, die ihren gesunden Urzustand eingebüßt haben. Was er benötigt, sind authentische Stoffe. Pure Früchte und Gewächse. Frisch vom Baum oder von der Erde. Und was einer Reinigung zusätzlich dient, sind klares Wasser, Zitronenwasser und Kräutertees. Wenn wir die Fastenzeit diesem Bewusstsein widmen, lautet die Belohnung am Ende Leichtigkeit und Klarheit.

 

  1. Eine schlanke Administration

Wer Leichtigkeit ins Leben ziehen möchte, darf auch seinen Terminkalender und diverse Mitgliedschaften durchforsten. Ein ehrliches In-Sich-Gehen könnte interessante Erkenntnisse bringen. Die Frage nach dem:

„Warum bin ich hier Mitglied?“ „Was bringt es mir wirklich?“ „Wie ehrlich bin ich mir selbst gegenüber, wenn ich den Termin wahrnehme?“ „Wie viel Ego ist mit im Spiel?“ „Nährt es mich, mein Herz, meine Seele?“ verlangt nach ehrlichen Antworten. Oft lenken wir uns einfach nur ab mit Terminen, wollen unserer Einsamkeit entfliehen oder flüchten vor der Auseinandersetzung mit unserer tiefsten Wahrheit.

Ein gründliches „Unter die Lupe nehmen“ und Aufräumen lässt uns mehr Energie für das Wesentliche haben. Es macht uns bewusster und empfänglicher für die essentiellen Fragen des Lebens und wird uns helfen unsere Energien dahin zu lenken, wo die Gesellschaft nach nachhaltigen Veränderungen ruft. Wir sind hier, um unsere Verantwortung wahrzunehmen. Das schließt das Spielerische keinesfalls aus. Jedoch je klarer der eigene Weg ist, je ehrlicher wir mit uns selbst sind, desto mehr Leichtigkeit wird sich im Alltag einstellen.

 

  1. Ein stiller Geist

Last but not least, freut sich die Seele, wenn wir unseren Geist regelmäßig still werden lassen. Wenn wir zum Beobachter unserer Gedanken werden. Wenn wir anfangen, unseren Gedanken nicht mehr zu glauben. Wenn wir sie ziehen lassen wie die Wolken am Himmel. Meditation im Alltag kann verschiedene Formen annehmen. Wir können das Geschirr bewusst im Hier und Jetzt spülen. Ohne daran zu denken, wie wir den Abend verbringen wollen. Wir können morgens nach dem Aufwachen fünf Minuten lang bewusst alle Geräusche der Umwelt wahrnehmen wollen. Durch aufmerksames Hinhören, indem wir den Fokus halten. Wir können in die Natur gehen und wahrnehmen, was Sonne, Wind und Wolken uns mitteilen wollen. Wir können auch einfach zehn tiefe und bewusste Atemzüge machen, indem wir Selbstliebe einatmen und Sorgen ausatmen. Mehr als alles andere, wird uns das entspannen und in den Körper zurück bringen.

Ein freier stiller Geist lebt die Leichtigkeit.

 

Für die kommenden 40 Tage wünsche ich dir, dass du zurückfindest in dein authentisches Sein. In Leichtigkeit und Freude. Mit dem Gefühl wahrer Freiheit im Herzen.

Und wenn du Begleitung suchst für die Umsetzung deiner Ziele, dann melde dich! Ich freu‘ mich auf dich!

 

Herzliche Grüße

Erika

 

 

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen