Ein Sprichwort, das nicht gerade vielversprechend klingt. Aber genau das ist die Qualität des Saturns, des strengen und oft unbarmherzigen Lehrers. Ihm geht es um Struktur. Um Genauigkeit. Und um die Prüfung, ob die Dinge ein tragfähiges Fundament in sich tragen. Wenn Saturn ins Leben eines Menschen tritt, bleibt kein Spielraum für Ausreden, Aufschübe und Mogeleien. In die Realität wird schmerzhaft zurückgeholt, wer sich vor der Auseinandersetzung drücken will.

In meinem bisherigen Leben hat die Qualität des Saturns so stark gewirkt, dass ich lange Zeit glaubte, ich würde den Planeten als Einzige für mich beanspruchen. Oft habe ich damit gehadert. Ich fand es schlichtweg ungerecht, wie viel an Enge und Druck ich über die Jahre aushalten musste. Gewiss ist alles Erleben relativ. Meinem Empfinden nach war der Druck jedenfalls enorm.

Aber wie wir wissen, sind wir SELBST Schöpfer unserer Realität und also konnte ich niemand anderen dafür zur Verantwortung ziehen. Die Tatsache nicht anzuerkennen, hätte das Problem nicht beseitigt. Die Prozesse waren langsam und ich durfte mich lange Jahre in Geduld, Annehmen und Loslassen üben. Ich musste mich den Qualitäten stellen. Immer und immer wieder, bis ich darin die Segnungen erkannte.

 

Alles ist Segen

 

Eine starke Aussage. Vieles in unserem Leben und auf dieser Erde hat nicht den Anschein, ein solcher zu sein. Wenn wir mit Schwierigkeiten, Dramen und Schicksalsschlägen konfrontiert werden, können wir diese Aussage nur dann nachvollziehen, wenn unser Leben um die spirituelle Dimension erweitert wurde. Und das wird es, wenn über viele Jahre viel Schmerz erlebt wurde und die einzig annehmbare Antwort darauf jene war: als Mensch Mitgefühl, Vergebung und Liebe zu lernen.

Wir Menschen werden im Laufe des Lebens geläutert. Durch Verluste, durch Trennung, durch Loslassen, durch Abschied nehmen, durch Zuwarten und Geduld üben. Es sind diese Momente, die uns als Menschen wachsen und als Seelen reifen lassen. Ich wage zu sagen, dass man die Reife einer Seele an ihrem Sein und Handeln erkennt. Reden alleine ist nicht genug.

Einschränkungen fühlen sich meist gar nicht gut an. Sie geben uns ein Gefühl der Enge. Machen uns Angst. Üben Druck aus. Bringen uns mit dem Gefühl der Ohnmacht zusammen. Lassen uns das Gefühl von Hilflosigkeit spüren. Es sind alles Gefühle, die wir als negativ erachten und die wir nie gelernt haben anzunehmen.

Kommt Menschsein ohne aus? Nein. Die einzige Erlösung liegt im Annehmen. Im Loslassen von Vorstellungen, dass die Wirklichkeit eine andere sein sollte, um dies oder jenes nicht erleben, hören oder ansehen zu müssen. Die einzige Erlösung liegt im bewussten Fühlen der Ohnmacht, der Hilflosigkeit, der Einsamkeit, des Getrenntseins, des Verlassenseins, der Angst. Das Gefühl SEIN zu lassen. Ohne Bewertung und ohne dagegen anzukämpfen. Das braucht viel Übung und Achtsamkeit. Und je wacher wir diese Prüfung durchlaufen, desto stabiler wird unser emotional-seelisches und mentales Fundament, auf dem unser Leben und all unsere Manifestationen in gesunder Weise aufbauen können.

Was also könnten diese Segnungen konkret sein?

 

In der materiellen Enge

 

lernen wir uns auf das WESENtliche zu beschränken. Wenn wir uns finanziell einschränken müssen, werden wir weniger von dem Gedanken abgelenkt, was wir uns alles kaufen könnten und können indes den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben legen. Auf innere Klarheit, auf Selbstliebe, auf Wertschätzung, auf mehr Achtsamkeit im Alltag, auf Bewusstheit, auf Meditation, auf Freundschaft, auf Begegnungen mit und in der Natur, auf den Genuss einfacher Lebensmittel, auf klares Leitungswasser als Getränk, auf das Sammeln von Kräutern und Gräsern. Und auf Kreativität. Not macht erfinderisch, heißt es. Wer in den 70ern so wie ich auf dem Land aufgewachsen ist, weiß wie phantasievoll Spiele in der Natur sein können, wenn jedem Stock und jedem Blatt ein buntes Leben eingehaucht wird. Heute lebe ich diese Kreativität bewusst gerne, indem ich manchmal auf zusätzliche Lebensmittel-Einkäufe verzichte, und schaue, was ich aus dem Vorhandenen Schönes kreieren könnte. Immer gefallen mir die Lösungen.

Dazu ist zu sagen, dass wenn man Energien bewusst wahrnehmen lernt, man merkt, wie oft man vom Leben eingeladen wird, eine Erfahrung auszuprobieren. Lässt man sich darauf ein, nimmt man der später auftretenden Lernaufgabe die Übermacht. Man hat ja schon eine Vorerfahrung gesammelt. So kann man auch präventiv arbeiten, um Saturn als strengen Lehrer im Leben besser akzeptieren zu können.

 

In der körperlichen oder mentalen Enge

 

lernen wir das Loslassen auf den verschiedensten Ebenen. Krankheiten und Unfälle katapultieren uns sehr oft in einen Zustand der Ohnmacht, in dem man nichts tun kann, außer sich dem Leben im Hier und Jetzt in diesem Körper zu stellen. Hier scheint Saturn in aller Strenge zuzuschlagen. Meist als Korrektiv, weil der Kurs, den das Leben genommen hat, nicht mehr im Einklang mit der Seele war. In diesem Zustand ist kein Raum für Ablenkungen. Hier geht es einzig und allein um Zulassen und Loslassen. Um das Akzeptieren dessen, was ist oder auch nicht mehr ist. Manchmal ist das Schicksal gnädig und kann gewendet werden, wenn kein Widerstand mehr gegen das Hier und Jetzt geleistet wird. Dann nämlich werden Kräfte aus dem Urgrund des Menschseins aktiviert und es kann Heilung auf tiefer Ebene geschehen. Menschen, die sich diesem schmerzhaften Prozess der Enge tapfer stellen, sind als Seelen in einem Masse gereift, wie es in einem Leben, das fröhlich dahinplätschert, nicht möglich ist.

Präventiv kann auch auf dieser Ebene gearbeitet werden: Und zwar, indem man im Alltag immer wieder diesen Ort der Stille in sich aufsucht und nachspürt, ob der Weg, den man eingeschlagen hat, noch stimmig ist. Im Einklang mit der Seele. Einem Ethos verpflichtet. Und niemandem schadend. Zeit mit sich Alleine ist dafür unumgänglich.

 

In der emotionalen Enge

 

sind wir auf uns SELBST zurückgeworfen. Nämlich dann, wenn es darum geht, nach Streit, Auseinandersetzung, Uneinigkeit oder auch Trennung unsere inneren Emotionen zu fühlen und ganz zu integrieren. Die Distanz von Partnern, Freunden, Familienmitgliedern und Menschen, die wir ins Herz geschlossen haben, ist schmerzhaft. Sind es doch gerade diese Begegnungen, in denen wir über das wahrhaftige Lieben am allermeisten lernen dürfen. Liebe schließt alle Gefühle mit ein. Die Freude und Ekstase sosehr wie die Angst und die Eifersucht. Den Frieden und die Glückseligkeit so sehr wie die Unsicherheit, Wut und Hilflosigkeit. Als Mensch sind wir in einem Prozess der Ganzwerdung und der Rückkehr zu unserer göttlichen Natur. Dabei bedarf es der Integration all dessen, was IST. Und gerade wenn wir auf uns SELBST und das ALLEINSein zurückgeworfen werden, erhalten wir die größte Chance auf unserem Entwicklungsweg ein gutes Stück voranzukommen.

Wer nicht möchte, dass es ihn im Leben emotional zu hart trifft, der ist eingeladen sich mit den Qualitäten des Menschseins im Alltag konstruktiv auseinander zu setzen. Und vor allem auch zu lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Co-Abhängigkeiten von Menschen sind ungesunde Energiefelder und verhindern die Weiterentwicklung zweier Menschen. Wenn du diesbezüglich gerade ein Gefühl in dir spürst oder ein Bild eines Menschen vor dir siehst, dann wäre es ein wichtiger Schritt, dir diese Abhängigkeit genauer anzusehen.

 

Enge muss also kein Zustand sein, der uns erdrückt. Er mag Stress verursachen, aber wenn der Mensch die Qualität bewusst durchlebt, wird der Kern seiner Essenz zum Diamanten geschliffen werden. Die gute Nachricht? In dem Masse wie Enge erfahren und durchlebt wird, in dem Masse expandiert das Gefühl der Weite in einem. Und mit Sicherheit wird jenen Menschen Letzteres ebenso fühlbar zuteil werden. Das ist Gesetz. Genießen werden diese Weite all jene am meisten, die die Enge tapfer durchgestanden haben.

 

Eine schöne und unbewusste Synchronizität hat sich mit diesem Video ergeben. In dem Interview mit Keyvan Davani von SmokeReality – Free your Mind gibt es wunderbare Parallelen zu meiner früheren Tätigkeit als Lehrerin. Wenn auch weniger streng 😉

 

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Herzlichst

Deine Erika

 

 

 

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