„Wer mit permanenter Fülle konfrontiert wird, sehnt sich nach Leere: nach einer Erlösung vom Zwang, alle Genussangebote akzeptieren zu müssen. Wer unaufhaltsam versorgt wird, beginnt nach Entzug zu streben.“  Thomas Macho

 

„Faste! Probier’s aus. So richtig. Ohne feste Nahrung,“ das waren die wenig attraktiven Worte meiner Seele, die sie mir seit geraumer Zeit flüsterte. Ja, die Seele spricht in Zeichen zu uns. In Stimmen im Kopf. In wiederkehrenden Gedanken oder Gefühlen. In Herzensimpulsen. Und nicht immer bringt uns das, was sie uns flüstert, zum Singen. Ich habe noch nie eine Menschenseele getroffen, die beim Gedanken, dass sie jetzt fasten möchte, jubiliert oder einen Freudensprung gemacht hätte. Nein, wer sich dieser Erfahrung stellt, dessen Motivation liegt tiefer. Dort, wo es weniger zu lachen gibt, dafür mehr Weisheit und Stille gefunden werden.

Meine Seele schickte mir eine ganze Reihe von Zeichen: Unterlagen zum Thema Fasten von meiner Schwester, die ausgebildete Fastenbegleiterin ist, eine Facebook-Gruppe, die dazu inspiriert, den Körper über drei Monate durch Fasten auf tiefer Ebene zu reinigen und das Buch von Markus Rothkranz „Heile dich selbst“, in dem er ein ausführliches Kapitel dem Fasten widmet. Ich habe die Lektüre verschlungen und wusste, dass ich diese Erfahrung des Fastens in mein Leben integrieren musste.

Was mich außerdem beschäftigte, war die plötzliche Erkenntnis, dass unser Körper Nährboden für unglaubliche Parasiten ist, die sich an all dem laben, was wir ihm an künstlich manipulierten Nahrungsmitteln oder an Zucker zuführen. Die Vorstellung, dass es in mir so viel ungesundes Leben geben soll, widerte mich an. Und sehr schnell entdeckte ich dabei einen Schatten, auf den zu blicken mir im Leben am allermeisten abverlangt. Wir leben in parasitären Strukturen in dieser Welt. Das System ernährt sich durch die Energien, die wir ihm zur Verfügung stellen und selten haben wir das Gefühl, dass diese Beziehung eine harmonische und gleichberechtigte ist. Oft genug erleben wir uns in einer Position der Ohnmacht. Wie also soll man diesen Parasiten Herr werden?

Ich erkannte wieder einmal, dass alles im Außen Spiegel meiner Selbst ist. Und dass der Ort in mir, der einzige ist, an dem ich wirklich etwas verändern kann. Ich wollte durch das Heilfasten den Schmarotzern freundlich die Tür weisen. Ich wollte mich für die Erkenntnis bedanken und sie loslassen. Und ich wollte mir das Versprechen geben, dass ich fortan dafür Sorge tragen würde, in mir regelmäßig sauber zu machen, so wie ich es auch in meiner Wohnung tat.

Nach langem Zögern war ich fest entschlossen für die Zeit des Heilfastens das Ende dieses fantastischen Sommers zu erwählen. Ich war intrinsisch motiviert, etwas für meine Gesundheit zu tun. Und ich wollte fit in den Herbst starten. Meine Schwester hatte mir dazu den Leitfaden Heilfasten nach Dr. Buchinger geschickt und ich begann mich ernsthaft damit zu beschäftigen. Er beinhaltet fünf Fastentage, in denen komplett auf feste Nahrung verzichtet wird und man nur Kräutertees, Fruchtsaft und Gemüsebrühe zu sich nimmt, sowie zwei Aufbautage, während dieser man beginnt, Getreidebrei und Gemüsesuppe zu essen. Ja, ich gebe zu, ich habe versucht, Kompromisse zu machen. Die Vorstellung, fünf Tage kein Essen zu mir zu nehmen, machte mir gehörig Angst. „Werde ich das überleben? Werde ich sterben?“, waren wohl die beiden existenziellsten Fragen.

Es gab kein Zurück. Meine Entscheidung war gefallen. Die Einkäufe waren getätigt, und der Plan festgelegt. Geld konnte keine Ausrede sein, denn kaum etwas ist preiswerter als Fasten in den eigenen vier Wänden. Ich wählte eine ganze Woche Rückzug. Zeit für mich. Keine Ablenkung. Weniger soziale Medien. Mehr Spaziergänge und Gymnastik. Tägliche Leberwickel, Einläufe, Salz- und Basenbäder. Und viel Schlaf.

Bereits am dritten Tag hatte ich den Eindruck, das Hungergefühl besiegt zu haben. Wenn ich ehrlich hinspürte, war da kein Hunger. Und wenn ich mich genau beobachtete, merkte ich, wann ich am liebsten die Kühlschranktür geöffnet hätte. Nämlich immer dann, wenn ein emotionaler Schatten an die Oberfläche kam, und mein Inneres Kind nach Aufmerksamkeit rief. Als Erwachsene wollte ich mich mit Nahrung beruhigen, dabei war es das kleine Mädchen in mir, das Beachtung brauchte.

Insgesamt ging es mir blendend während dieser Tage. Ich hatte kein Kopfweh, keine Entzugserscheinungen und fühlte pure Leichtigkeit. Ich verwöhnte mich mit bunten Farben, richtete meine flüssigen Mahlzeiten mit viel Liebe an und gestaltete mir ein farbenfrohes Ambiente, wann immer sich die Gelegenheit bot. Die Farben nährten mich. Und ich werde nie vergessen, mit wie viel Bedacht und Achtsamkeit ich 200ml Fruchtsaft zur Mittagszeit getrunken habe. Jeder Schluck war eine pure Geschmacksfreude.

Am Ende belohnte ich mich mit warmen Dampf- und Schwefelbädern in einer Therme. Ich war stolz auf mich. Ich hatte das Fasten überlebt und eine Angst besiegt. Die Erfahrung hat mich mehr Achtsamkeit gelehrt. Sie hat mir gezeigt, wie viel „Resilienz“ mein Körper besitzt. Wie zäh er ist und wie wenig er braucht. Wie glücklich er ist, wenn die Energie nicht für Verdauung aufgewendet werden muss, sondern in seelische Prozesse fließen kann, um ein inneres Gleichgewicht herzustellen.

Schon Anatom Galenos von Pergamon, der in Rom tätige griechische Arzt sprach im 2.Jahrhundert vor Christus davon, dass Fasten notwendig ist, „denn die Seele wird durch zu viel Blut und Fett erstickt und ist dann nicht fähig, göttliche und himmlische Dinge einzusehen und zu beurteilen.“

Das Vertrauen in mein Selbst und in meine Seele hat in diesen Tagen immens zugenommen. Ich hatte aussagekräftige Träume, Selbstzufriedenheit hat sich ausgebreitet, ich war bedürfnisloser geworden. Das Alleinsein war zu einer wohltuenden Erfahrung geworden und insgesamt hatte ich das Gefühl, mehr in mir selbst zu ruhen. Wie lange der Zustand anhält, weiß ich nicht, allerdings möchte ich mich von den gesündesten Menschen hier auf Erden inspirieren lassen. Angeblich ist es das Volk der Hunzas, das in fast völliger Isolation in knapp 3000m Höhe im Bergland von Pakistan lebt.

Sie essen nur zweimal am Tag: ein reichhaltiges Frühstück früh am Morgen und ein Abendessen nach Sonnenuntergang. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus rohen Früchten, Gemüse, Nüssen und ihre Ölderivate, Milch, Joghurt und Käse, und nicht zu viel Fleisch. Sie trinken große Mengen an reinem mineralreichem Gletscherwasser und es gibt einen einzigartigen Bestandteil in ihrer Ernährung – Aprikosensamen. Sie essen viel davon. Das Saatgut ist reich an den Vitaminen B17 und B20. Der Forschung zufolge sind die Aprikosen des Hunza Valley der Schlüssel dafür, dass sie nicht an Tumoren erkranken. Während zwei bis vier Monate im Jahr leben sie nur von Aprikosensaft. Sie fasten also. Ihr Lebensstil verlangt körperliche Aktivität auf den Feldern und sie praktizieren Yoga und Meditation. Ihre Philosophie des Lebens ist einfach. Das Gestern ist vergangen, das Morgen ist noch nicht da, also genießen sie die Gegenwart.

Vielleicht hat dich der Artikel inspiriert, eine ähnliche Erfahrung zu machen. Wenn du dich nicht vollkommen gesund fühlst und du nicht schon Meister im Übernehmen von Eigenverantwortung bist, rate ich dir unbedingt, dein Fastenprogramm mit einem Arzt abzuklären oder dich in professionelle Hände zu begeben. Zahlreiche Orte und Klöster bieten unterschiedliche Fastenmethoden an. Horch in dein Inneres. Es spricht zu dir. Wir müssen nicht warten, bis eine Krankheit ausgebrochen ist, wir können präventiv dafür sorgen, dass unser Körper gesund und heil bleibt.

Wenn du etwas in deinem Leben verändern möchtest und nicht weißt, wie du dich motivieren sollst, melde dich für ein unverbindliches Erstgespräch von Seele zu Seele. Gerne gebe ich dir erste Impulse mit auf den Weg. Mach den ersten Schritt.

 

Herzensgrüße zu dir

Deine Erika

 

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