„Was sich einer versagt, soviel mehr schenken ihm die Götter.“  Horaz

Sich etwas zu versagen, auf etwas zu verzichten entspricht dem modernen Zeitgeist gar nicht. Dennoch erleben wir in dieser Zeit bewussten Wandels, dass es Einladungen des Lebens gibt, uns auf besondere Weise mit bestimmten Themen auseinander zu setzen.

Wir dürfen anerkennen, dass alles, was uns im Leben begegnet eine Reflexion unserer Selbst ist. Dass alles, was eine heftige emotionale Reaktion in uns auslöst, als abgespaltener Anteil gesehen und integriert werden möchte. Und dass, wenn wir uns von einer Sache besonders angesprochen fühlen, diese unsere unmittelbare Aufmerksamkeit einfordert und vermutlich einen nächsten Lernschritt einleitet.

Das Thema der Abhängigkeit im Blog-Artikel der letzten Woche hat mich selber sehr beschäftigt. Ich wollte zum Beispiel wissen, ob meine Social Media Gewohnheiten bereits zu einer solchen Abhängigkeit geworden sind. Und also nahm ich mir vor, Facebook für eine Woche außen vor zu lassen.

Dieser Verzicht hatte eine erstaunliche Eigendynamik zur Folge. Ich war plötzlich hinreichend motiviert, auch noch auf die bevorzugte dunkle Schokolade und auf Kaffee, sowie auf das morgendliche Frühstück zu verzichten, eine Art intermittierendes Fasten einzulegen, das den Körper – mittlerweile auch wissenschaftlich betrachtet und erwiesen – massiv entlastet. (Siehe auch diesen Artikel oder ergänzend auch diesen Artikel)

Mehr und mehr gelangen wir zur Einsicht, dass Fasten und also der Verzicht unseren Organismus widerstandsfähiger und damit gesünder macht. Auch unsere Vorfahren waren, bevor sie sesshaft wurden und sich durch Ackerbau und Viehzucht regelmäßig versorgen konnten, mit Tagen ohne feste Nahrung konfrontiert. Dieses Wissen ist auch in uns noch immer verankert.

Ich war zugegeben überrascht über die Fülle an Verzicht während dieser Woche. Und das Besondere daran war …

 

Der leere Raum

 

der dadurch geschaffen wurde. Die plötzliche Stille, die sich eingestellt hat. Die Ruhe. Als hätten die Energien um mich herum unmittelbar auf meine Absicht reagiert. So als wäre die Unruhe, für die Facebook zeitweise steht, mit einem Mal ausgeschaltet worden. Ich war im Hier und Jetzt gelandet. Zurückgeworfen auf das einfache SEIN.

Weglassen schafft Raum. Raum für das SEIN. Und Raum für das Neue. Raum, um alte, gewohnte Pfade zu verlassen und Neues auszuprobieren.

Ich war nach und nach motiviert, diesen leeren Raum achtsam zu füllen, oder auch einfach SEIN zu lassen. Jede Ablenkung, die ich aus dem Weg geräumt hatte, lenkte meinen Blick mehr und mehr auf meine wahren Bedürfnisse, auf das WESENtliche. Auf das Bedürfnis nach Ruhe oder ausreichend Schlaf, das Bedürfnis meinen Körper bewusster zu wahrzunehmen, zu dehnen und zu bewegen, nährende und wertvolle Impulsvideos zu hören, mich weiterzubilden, mich innerlich zu spüren und einen achtsamen Raum für Meditation und Stille zu erschaffen.

Begegnung auf tiefer Ebene

 

Dieser Raum der Stille ist eine Chance, um sich SELBST auf tiefer Ebene zu begegnen. Ein Raum, um im SEIN anzukommen. Im Hier und Jetzt zu landen. Und das Glück des Lebendigseins als einen Moment der Ewigkeit in uns SELBST zu fühlen. In manchen Momenten ist es pures Glück. In anderen Momenten das bewusste Spüren schmerzhafter Gefühle.

Die Begegnung in der Stille schließt die Begegnung mit unseren inneren Dämonen ein. Wer verzichtet und den Rückzug in sich SELBST aufsucht, hat den Ruf der Seele nach der Begegnung mit allem, was ist, gehört. Jener Ruf, der uns nach Hause führt zu uns SELBST. In die Ganzheit. Dazu zählt die Auseinandersetzung mit der Schattenwelt, unserer inneren Hölle, vor der wir tagtäglich wegzulaufen pflegen, indem wir sie ins Außen projizieren.

Ute Strohbusch spricht fasst liebevoll davon, wenn sie sagt, unsere verstoßenen Kinder, wie Wut, Traurigkeit, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Neid, Eifersucht, Bedürftigkeit, Kleinheit, Mangel und so weiter, wollen wieder heimgeholt werden. Heimgeholt in die Ganzheit. Und damit in die Liebe.

Diese uralten unerlösten Gefühle aus den tiefen Tiefen an die Oberfläche zu holen, braucht Mut. Alles, was wir ins Außen projiziert haben, möchte in uns erkannt und integriert werden. Wenn wir es erkennen, befreien wir gestaute Emotionen und Blockaden. Tränen dürfen losgelassen werden. Der Atem fließt leichter. Die Hindernisse lösen sich auf und münden in einen seligen Moment tiefer ZuFRIEDENheit darüber, wieder ein Stück mehr bei sich angekommen zu sein.

 

Der Gewinn

 

des Verzichts ist die ganzheitliche Begegnung mit sich SELBST, wenn man sie denn zulässt. Das Annehmen und Heimholen der „verstoßenen Kinder“ führt uns zurück in die Liebe. Die Liebe, die immer und alles miteinschließt. Sie ist das einzig Wahre, das uns ausmacht und der Lohn der Hingabe an das SELBST, wenn es nicht durch das Außen abgelenkt wird. Wenn wir uns bewusst Zeit widmen und dafür auf anderes verzichten.

Der Verzicht ist eine Möglichkeit der Rückkehr in die eigene Mitte. Und belohnt mit einer fühlbaren Zentriertheit und wiederkehrenden Kräften. Sich dieser Stille hinzugeben, bedeutet den Regungen der Seele zu lauschen und ganz im Sein aufzugehen. Dieses Sein ist pure Fülle. Es ist ein Zustand des Habens. Alles ist da. Nichts wird gebraucht. Alle äußerlichen Ablenkungen und Begegnungen, die wir zu brauchen scheinen, um unser Glücklich-Sein zu nähren, fallen weg. Was wir erkennen, ist das Glück in uns SELBST. Etwas, das immer da ist. Und immer nur einen Atemzug entfernt. Der Ruf der Seele nach dem „Sei Du Selbst.“ Ihr weiser Rat, alles wegzulassen, was dem authentischen Sein im Wege steht.

Verzicht und Fasten sind machtvolle Tools, um einen spürbaren Entwicklungssprung zu machen.

Das Einzige, was uns davor zurückhält, ist Angst. Die Angst vor Veränderung. Die Angst davor, dass etwas gehen, losgelassen, sterben muss, damit unsere wahre Essenz mehr und mehr zum Leuchten kommt.

Wer sich dieser Angst mutig stellt, wird belohnt. Mit einer noch nicht gekannten Freiheit. Und mit der Rückkehr in die Liebe.

Veränderung kann auf vielfache Weise geschehen. Manchmal entscheiden wir uns bewusst. Manchmal zwingt uns das Leben. Der bewusste Verzicht ist eine Form machtvoller Veränderung, weil das Schaffen von Raum und Leere den Fokus auf eine viel tiefere Ebene lenkt, die uns auf uns SELBST zurückwirft und eine Einladung auf Heilung darstellt. Dieser Raum ermöglicht es, mit Regungen, Impulsen und Energien gefüllt zu werden, die zuvor keine Chance auf Wahrgenommenwerden bekommen haben.

Ungeahnte Kräfte fließen uns zu, wenn wir den Mut haben, loszulassen, was uns nicht mehr dient.

Wenn wir unserer Intuition vertrauen lernen, die Signale in unserem Leben zu deuten lernen und uns der inneren Stimme anvertrauen, dann spüren wir instinktiv, welche Schritte zu tun sind, um unserer Herzenssehnsucht näher zu kommen und sie zu erfüllen.

Nicht immer schickt uns das Leben die Impulse in der Form, von der wir glauben, sie zu brauchen. Viele Signale kommen verkleidet und sind eine Prüfung, ob wir die Stimme des Herzens bereits hören und ihr folgen. Leben möchte nicht kontrolliert, es möchte gelebt werden.

 

Wenn du dich einem nächsten Entwicklungsschritt bewusst stellen möchtest, finde Antworten auf folgende Fragen:

 

  • Welche Impulse spürst du zur Zeit in dir?
  • Was ist zu tun? Oder nicht (mehr) zu tun?
  • Welche Gedanken tauchen immer wieder auf und erfordern deine Aufmerksamkeit?
  • Was möchte gesehen, gehört, angenommen werden?
  • Was möchte losgelassen werden?
  • Worauf könntest du eine Woche lang verzichten, was dich unter anderem zwingt, deine Komfortzone zu verlassen?
  • Wie geht es dir bei dem Gedanken, zehn Minuten still auf einer Couch zu sitzen und nichts zu tun?
  • Was sind deine Erkenntnisse, so du diesem Impuls gefolgt bist?

 

Vertrau den Impulsen deines Herzens und den Regungen deines Körpers. Beides möchte dich in deinem Wachstum unterstützen und dich zu Entscheidungen führen, die dich dem Schönsten in dir näher bringen.

Du brauchst Unterstützung auf diesem Weg? Du möchtest das Vertrauen in dein Leben einladen und wünschst dir dazu einen Mentor? Melde dich für dein kostenloses Erstgespräch! Ich freue mich auf dich!

 

Herzlichst

Erika

 

Alle Fotos von Pixabay

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