Die Begegnungen in Maui und Kanada schenkten mir eine folgenschwere Erkenntnis: Ich fühlte mich ganz offensichtlich zu Männern hingezogen, die eine ausgeprägte Qualität von Einsamkeit in sich trugen. Einsame Wölfe, deren subtile Art zu SEIN allein die Seele ganzheitlich erfasst. Und ich fühlte, dass mir ein solcher Mann in Maui begegnet war. Er schenkte mir das Gefühl von Tiefe. Und es machte mein Herz weit.

Wenn mich aber ein einsamer Wolf im Herzen so sehr berührte, dann wohl deshalb, weil ich wusste, wie es sich anfühlte, ein solcher zu sein. Ich war selbst diese einsame Wölfin. Einem Rudel entwachsen, sich selbst findend, um vielleicht irgendwann in jenem Seelen-Rudel anzukommen, das mich als Seele erkennt.

Es schien, als könne mich nur ein Mann, der diese Qualität wie den Archetypen des einsamen Kriegers in sich trug und lebte, in der Tiefe berühren. Einen dieser Krieger traf ich vor ein paar Jahren in der Tangoszene. Die Begegnung war vorbestimmt, das spürte ich. Sie barg enormes Potential für Heilung, und ich erkannte es daran, dass ich in manchen Momenten der Verschmelzung schluchzend in seinen Armen lag.

Einen einsamen Krieger erkennt man daran, dass er den Raum für den sich Bahn brechenden Schmerz schützend aufrecht hält, und mit keiner Faser seines Seins irritiert oder verunsichert ist. Einsame Krieger sind stark und eins mit dem ursächlich männlichen Prinzip. Sie kennen ihre Rolle als Mann in der Begegnung mit einer Frau. Und eine Frau spürt instinktiv, ob sie sich in diesen Raum fallen lassen kann. Diese Erfahrung ist ein Geschenk.

Ob ich diesen Mann liebte? Ich wusste es nicht. Ob er mich liebte? Ganz sicher. Allein die Umstände waren nicht dafür gemacht, die Beziehung fortzusetzen. Ich wusste, dass ich diesen Mann loslassen musste, wollte ich in meiner Entwicklung voranschreiten. Immer wieder erschien in meinen Träumen ein männlicher Protagonist. So als würde er bereits irgendwo auf mich warten.

Ein halbes Jahr später stand er vor mir. Und während ich fasziniert seinen wissenschaftlichen Ausführungen lauschte und buchstäblich mentale Orgasmen in seiner Präsenz erlebte, wirkte ein anderer Teil in mir kindlich naiv. So als hätte er von nichts eine Ahnung und wüsste schon gar nicht, warum dieser Mann hier vor mir saß. Es war, als hätte allein die Seele verstanden, was vor sich ging.

Die Klarheit fand erst tags darauf zu mir. Dann, als ich seine Stimme an meinem Ohr vernahm. Dieser Anruf wird mir zeitlebens unvergessen bleiben. Die Substanz der Worte, die in meinem Ohr widerhallten, die Schwingung, die sie transportierten und die Klarheit und Schönheit dieser Stimme übten einen gewaltigen Sog auf mich aus. Ich war verwirrt, aufgeregt, benommen. Und erschüttert.

 

Allein meine Seele wusste, dass es kein Zurück gab

 

Ich lag noch einmal in den Armen des einsamen Kriegers, erzählte ihm aufrichtig, was mir widerfahren war, während die Tränen über meine Wangen rollten. Warum ich traurig sei, fragte er. Einer von uns beiden müsse doch weinen, gab ich zur Antwort. Ich nahm Abschied. Er verließ die Wohnung mit dem Stofftier, das ich ihm Monate zuvor geschenkt hatte, und das mich in Zeiten seiner Abwesenheit beschützen sollte. Der Anblick brach mir das Herz.

Zwei Wochen später traf ich meinen Seelenprinzen. Ich fühlte, dass er ein solcher war. Ich spürte, dass seine Seele so bunt wie die meine war. So verrückt und ernst zugleich. Und FREI. Und dass sie alle Traurigkeit und Einsamkeit einer menschlichen Existenz in sich barg, weil sie alt genug war, um all die Erfahrungen zu kennen. Ich spürte, ich war einem einsamen Krieger begegnet und meinte zu glauben, er sei der einsamste von allen. Ich erkannte ihn wieder. Er war mir in Tausenden anderer Leben bereits begegnet.

Die Anziehung war groß. Wir verschmolzen auf allen Ebenen. Und obwohl die Leidenschaft ein kraftvolles Band zwischen uns war, blieben schwierige Auseinandersetzungen nicht aus. Sie überraschten uns schneller als erwartet. Die Dichte der Begegnungen suchte ihresgleichen. Die kraftraubenden Momente hielten sich mit den kraftvollen die Waage. Es war eine Hochschaubahn der Gefühle. Diese Begegnung bewältigte in wenigen Wochen enorme Prüfungen.

 

Wo viel Liebe – da viel Schatten

 

Die Wunden der Vergangenheit holten uns ein. Viel Licht fiel auf die nicht erlösten Schatten und ich schien bereit für den nächsten Abstieg in die Unterwelt. Dort, wo die nicht gezähmten Ungeheuer verdrängter Gefühle auf Erlösung warten: Die Kleinheit, das Misstrauen, die Eifersucht, der Mangel an Vertrauen und Selbstliebe.

Langsam verstand ich, warum Beziehung so großer Anstrengung bedurfte. Warum es nicht leicht gehen konnte. Warum Gott sich diese extremen Unterschiede ausgedacht hatte. Weil im Außen nur sein kann, was im Innen ist oder nicht ist. Weil wir unserem eigenen Spiegelbild begegnen dürfen um uns zu erkennen. Und weil, der Mensch, der uns am meisten bedeutet, uns die Chance gibt, zu heilen, indem wir das Dunkel transformieren.

Immer wieder war diese Beziehung einem Ende nahe. Und immer wieder gab es einen gemeinsamen Weg. Bis zu dem Zeitpunkt, da eine Entscheidung getroffen werden musste, wollte die Verbindung eine neue Ebene erfahren.

In dieser Zeit fand der Blog von Ute Strohbusch zu mir. Diese erwachte Frau schreibt über den Königsweg der Seelenpartnerprozesse. Ich verschlang alle ihre Texte und erkannte mich wieder. Und ich erkannte die Beziehung wieder, in der ich mich befand. Alles ergab Sinn. Die Trennung war eine Notwendigkeit, um endgültig in die SELBSTliebe zu erwachen. In das eigene LICHT. Da, wo alle Bedürftigkeit und Abhängigkeit von einem Gegenüber erlöst sind. Und das Gefühl von Liebe eine Erweiterung in andere Dimensionen erfährt.

Bis hierher war es ein langer Weg. Ein steiniger. Einer, der gepflastert war mit Frustration, Enttäuschung und Illusion. Ich habe nach und nach Konzepte über die Liebe losgelassen und durch die Intensität von Schmerz in einer Beziehung über die Tiefe einer Liebe gelernt. Ich war der Liebe begegnet. Sie fühlte sich anders an, als die Vorstellung die ich über sie hatte. Und ich wusste, dass ich die Chance erhielt, in eine Liebe hineinzuwachsen, die weit über das Partnerschaftliche hinauswächst.

Das alles schreibt sich einfach in der Theorie. Nur, weil man die Erkenntnis gewonnen hat, ist der Weg lange nicht gemeistert. Es ist ein Weg der kleinen Schritte. Es ist die Heimkehr zur LIEBE in einem SELBST. Das ist das Geschenk der Seelenpartner füreinander. Die Herausforderung kennt, wer sich in einem solchen Prozess befindet.

In der Zeit des Rückzugs habe ich die einsame Wölfin in mir SELBST besser kennen gelernt. Meine Bedürfnisse, mein inneres Reich, meine Schatten, meine Tränen und meine Verletzlichkeit. Je mehr ich davon integriere, desto reicher fühle ich mich. Desto mehr spüre ich ein Ankommen in mir SELBST. Diese Reise wird nie enden. Dafür reicht ein Erdenleben nicht aus. Aber ich habe eine Ahnung davon, was Ganzwerdung und SELBSTliebe bedeuten. Auf diesem Weg gibt es kein Zurück …

Die Seele, die sich in diesem Leben vorgenommen hat, in diese Qualität der SELBSTLIEBE zu erwachen, wird ihrem Seelenpartner begegnen. Die beiden können sich nicht verfehlen. Dafür ist die Sehnsucht zu groß. Und dafür sorgt das Schicksal. Ob sie aber auch beide den Mut haben, dieser Liebe in die Augen zu sehen, und in der Tiefe der Verschmelzung gemeinsam zu wachsen und heil zu werden, obliegt ihrer Reife. Ihrem freien Willen. Ihrem Mut, die Ängste des Egos im Miteinander aufzulösen.

Wir mögen viele Begegnungen mit Männern oder Frauen in einem Leben gehabt haben. Am Ende sprechen wir doch nur von den wenigen, die uns in der Tiefe berührt haben.

 

Wenn du dich in meiner Geschichte wiederfindest, und du Unterstützung für deine Reise in die Selbstliebe suchst, schreib mir! Ich begleite deinen Weg gerne.

 

Herzensgrüße zu dir

Erika

 

Beitragsfoto von Pixabay

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