Es war ein Blog-Artikel über Kreativität, der mich unlängst motivierte, zum Pinsel zu greifen und der nackten Leinwand, die seit Wochen in meinem Kreativraum ein geduldiges Dasein fristete, ein adäquates Äußeres zu verpassen. Die noch nicht vorhandene Staffelei konnte kein Grund dafür sein, nicht zur Tat zu schreiten. Höchstens eine Ausrede.

Was uns Menschen auszeichnet, ist die Gabe der Kreativität, die uns innewohnt und die sich in den mannigfaltigsten Formen ausdrückt. Der Begriff Kreativität bezeichnet die Eigenschaft eines Menschen, schöpferisch zu sein. So erklärt es uns Wikipedia. Unter Kreativität versteht man also gemeinhin die Fähigkeit, etwas vorher nicht da gewesenes, originelles Neues zu kreieren. Dabei spielt es keine Rolle, in welchen Bereichen dieses Neue erschaffen wird.

Vorschnell würde man sagen, kreativ sind Menschen, die in künstlerischen Berufen tätig sind. Denn da erkennt man das neu Geschaffene am ehesten. Aber wer sagt, dass man nicht auch in der Küche, in der Werkstatt, im Dschungel, in Beziehungen, beim Sex, in seinem persönlichen Ausdruck oder auch im Büro beim Akten Schlichten kreativ sein kann.

Gewiss gibt es geisttötende Beschäftigungen auf diesem Erdball. Am Fließband ist der kreative Ausdruck mehr als eingeschränkt. Und die Lebendigkeit der Sinne stumpft über kurz oder lang ab. Aber vielleicht gibt es in absehbarer Zeit diese Art der Beschäftigung gar nicht mehr, weil eine erwachende Bevölkerung Lust darauf hat, schöpferisch zu sein – und zwar im besten Sinn des Wortes: Indem mehr und mehr etwas ganz Neues, Lebendiges, Vibrierendes, von Höherem Willen Durchdrungenes und ethisch Nachhaltiges erschaffen wird.

 

Kreativität verbindet uns mit dem Höheren Selbst. Mit der Quelle.

5 Aspekte scheinen mir diesbezüglich bedeutungsvoll:

 

  1. Der Essenz Raum für Ausdruck geben

Kreativ sein, bedeutet den wahren, inneren Impulsen zu deren Ausdruck zu verhelfen. Diese inneren Impulse kommen, wenn wir die Beziehung zu unserem Herzen pflegen, von unserem Höheren Selbst. Von unserer Seele. Kreativität ist seelischer Ausdruck. Ein Ausdruck, der in jedem Menschenleben einzigartig ist. Durch kreatives Schöpfen geben wir unserer Essenz Raum, sich zu manifestieren. Durch unsere Werke, welcher Art auch immer, spricht unser reinstes Selbst. Unsere Essenz. Es ist der Moment, in dem das Göttliche in uns Form annimmt. Dieser Ausdruck gibt uns die Möglichkeit, das größere Bild unserer Existenz zu sehen. Das Eingebunden-Sein in ein großes Ganzes.

 

  1. Der Freude und inneren Impulsen folgen

Das beste Mittel, um unserer ureigenen Kreativität auf die Spur zu kommen, ist es, der Freude zu folgen. Diese Freude macht uns einzigartig. Uns alle begeistern ganz unterschiedliche Dinge:

Du bist inspiriert zu erfinden? Du liebst es hohe Wellen zu reiten? Du könntest die ganze Zeit frei streunende Hunde von der Straße holen und ihnen ein sicheres Zuhause verschaffen? Deine Leidenschaft ist das Reisen? Du machst dir ständig kreative Gedanken über das Reduzieren von Müll? Du liebst es mit Farben zu spielen? Es macht dir Freude, Menschen zu überraschen? Du hast Spaß am Basteln, Tanzen, Schneidern, Skateboard fahren oder auch am Lösen von Problemen? Du liebst es zu organisieren, zu managen oder den Landschaftsraum zu pflegen? Oder bist du gar ein Lebenskünstler und hast die größte Freude dabei, abseits der Norm und des Mainstreams ein ganz neues Lebensmodell zu implementieren?

Was ist es, was dein inneres Feuer entfacht? Bei welcher Tätigkeit vergisst du Raum und Zeit?

Das sind die Momente, in denen du EINS bist mit deiner Essenz.

 

  1. Leben im Hier und Jetzt

Wenn wir in der Freude sind, vergessen wir die Zeit. In diesen Momenten bleibt die Zeit stehen. Und auch wenn Zeit ein künstliches Konzept ist, so wissen wir, wie sich etwas anfühlt, das uns keine Freude bereitet. Aus diesem Zustand der Enge wollen wir möglichst schnell weg. Freude hat mit orgasmischen Höhenflügen im allerweitesten Sinn zu tun. Es sind fantastische Momente, die puren Genuss bedeuten. Lachen aus vollem Halse. Ein sinnlicher Tanz in inniger Umarmung. Das Überreichen eines selbst gebastelten Geschenks. Schöne Überraschungen. Kinderlachen. Ein Gespräch von Seele zu Seele. Ja, auch die stille Freude hat ihren Platz. Der achtsame Mensch reagiert im Hier und Jetzt auf die Impulse seiner Seele. Er spürt, wann er zum Telefonhörer greifen soll. Wann ein Spaziergang ansteht (manchmal findet man dabei einen 5-Euro Schein, der einem ein Lächeln und also Freude ins Gesicht zaubert 🙂 ). Wann er Zeit für sich Selbst, also für sein SELBST braucht. Aus all diesen Impulsen können kreative Formen entstehen. Das Eine ergibt sehr oft das Andere … neue Ideen, neue Kontakte, spontane Umsetzungen … So entsteht ein Fluss an kreativen Ergüssen.

 

  1. Den therapeutischen Nutzen erkennen

Kreativität bringt uns unserem Seelenplan näher. Sie weist uns den Weg zu unserem Herzen. Wenn wir aus dem Herzen leben, nähren wir unser Leben und das der Anderen. Kreativität, die aus dem Herzen kommt, dient dem Wohle aller. Es ist die eigentliche Schöpferkraft, die hier zum Ausdruck kommt. Auch eine Kraft, die zerstören muss, ehe etwas Neues entsteht. Das ist Teil des Prozesses von Werden und Vergehen. Jeder kreative Akt ist therapeutisch. Und heilt. Ich erinnere mich gut an die Zeit, da ich einen tiefen Kummer zu bewältigen hatte. Und ich werde die Worte dieses weisen Mannes nie vergessen, der meinte, ich möge zuerst den Raum in mir SELBST füllen, ehe ich das, was ich für mich gefunden habe, mit jemandem teilen kann. Der Satz verursachte mir großen Schmerz und dennoch erkannte ich den Wahrheitsgehalt darin. Ich ging in mich und fing an zu malen. Ich absolvierte einen ersten Tangokurs und wusste, ich würde weiter machen. Ich verwirklichte Reisen und schrieb darüber. All das war meine persönliche Therapie. Viele Monate später war der Kummer transformiert und mein innerer Raum gefüllt mit einem Meer (Mehr) an Selbstliebe.

 

  1. Spirituelles Erwachen

Wenn wir unsere spirituelle Entwicklung unterstützen wollen, dann ist kreativer Ausdruck ein hervorragendes Mittel dazu. Jeder kreative Ausdruck, in dem wir ganz mit dem Hier und Jetzt verschmolzen sind, kommt einer Meditation gleich und verbindet uns mit der Quelle. Diese Intimität des momentanen Augenblicks ist ein Stelldichein mit dem Göttlichen. Ein Moment, in dem das Göttliche menschlich wird. Und der Mensch sich seiner göttlichen Natur gewahr wird. Kreative Schöpfungen entstammen der Schöpfung. Dem Schöpfer. Und dieser wohnt in jedem Einzelnen von uns. Der Schöpfer hat keine andere Möglichkeit, sich seiner Schöpfung gewahr zu werden als durch das Bewusstsein des Menschen. Letzteres ist die große Schule, in die wir derzeit alle eintreten. Es geht um das Erweitern unseres Bewusstseins und um das Erwachen in unsere eigene Schöpferkraft. Je mehr wir uns dem Fluss unserer inneren Regungen hingeben, je achtsamer wir hinhören, desto erfüllender werden die Manifestationen sein, die wir uns und der Menschheit schenken. Wagen wir also unseren ganz individuellen, kreativen Ausdruck. Hier und Jetzt.

 

In diesem Sinne NAMASTE und ganz herzliche Grüße

Erika

 

 

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