Zeit finden. Innehalten. Träumen.

Kennst du deine Vorfahren? Weißt du, wer sie waren und wie sie gelebt haben? Kennst du ihre Schicksale?

 

Auf der Suche nach dem WAS und WER wir in diesem Leben sein wollen, können wir wertvolle Impulse finden, wenn wir uns auf den Weg zurück zu unseren Vorfahren machen. Wir bekommen dabei nicht nur ein Gefühl tiefer Verwurzelung in unserem ureigenen Familiensystem, sondern lernen auch alle Licht- und Schattenseiten unseres Stammbaumes kennen und verstehen.

 

Gerade wenn wir mit der einen oder anderen Verbindung in diesem Stammbaum hadern, kann uns eine Auseinandersetzung mit unseren Vorfahren und ihren Lebensverhältnissen ganz tiefe Auskünfte über uns selbst erteilen. Ob wir es wollen oder nicht, wir sind mit ihnen allen verbunden und ihr geistig emotionales Erbe wirkt in jedem von uns fort.

 

Wenn wir im Unfrieden sind mit diesem Erbe, sind wir nicht in unserer Lebenskraft. Wir sind auch nicht im Hier und Jetzt, da ein großer Teil der Energie für die unerledigten Dinge abgezogen wird. Und wir können schon gar nicht auf eine friedvolle Zukunft hoffen, da das unerlöste Alte immer wieder unsere Aufmerksamkeit fordern wird und zwar meist auf sehr subtile und unbewusste Weise.

 

Diese Reise in die Vergangenheit kann sich in sehr unterschiedlichen Formen präsentieren. Was zählt, ist die Offenheit, mehr über unsere Wurzeln erfahren zu wollen. Den Rest erledigt das Leben auf sehr intelligente Weise. Wir brauchen auch keine Angst zu haben, dass es uns dabei überfordert. Wenn wir uns die richtige Dosis wünschen, dann wird unserem Wunsch Rechnung getragen werden. Für den einen könnten Träume eine Quelle der Information werden, für den anderen scheinbar zufällige Begegnungen. Oder aber wir lauschen bewusst den Geschichten, die unsere Eltern oder Großeltern, so sie noch am Leben sind, mit uns teilen können.

 

Ich selbst habe mich vor drei Jahren daran gemacht, Geschichten rund um die Familie zu sammeln. Ich habe meinen Eltern lange zugehört und das Erzählte aufgeschrieben. Altes Fotomaterial hat die Geschichten dabei sehr lebendig werden lassen. Bei genauer Betrachtung der Bilder verbunden mit dem Wissen über die Schicksale der Ahnen, hat sich ein Mitgefühl für meine „Sippe“ und für meine eigene Existenz entwickelt. Ich habe meine Schwierigkeiten in diesem Leben viel besser verstehen gelernt und konnte mir vieles verzeihen.

 

Oft genug sind Väter nicht vom Krieg heimgekehrt, oft genug sind Mütter bei der Geburt ihrer Kinder gestorben, oft genug haben andere Schicksale tiefe Trauer über die Familien gebracht. Und sehr oft gab es nicht genug Liebe und Zuwendung für die Kleinsten, weil der Kummer  das eigene Leben dominiert hat. Wenn man für dieses Erbe ein Verständnis entwickeln kann und wenn es uns gelingt, in unseren Urvätern und Urmüttern die kleinen verunsicherten Kinder wahrzunehmen, die sie einst waren, dann kann Heilung auf einer ganz neuen Ebene stattfinden.

 

Diese Auseinandersetzung kann uns auch wertvolle Auskünfte über tief verankerte Glaubenssätze geben, die sich von Generation zu Generation übertragen haben. Niemand hat sie in Frage gestellt und also war das Leben gemäß dem Glauben, den man in sich trug. Allein diese Beschäftigung lohnt, weil sie uns ein ganzes Stück weiter bringen wird. Aha-Erlebnisse werden dabei nicht ausbleiben. Und vielleicht sind wir die Ersten in unserer „Sippe“, die einen Durchbruch in einem Bereich erzielen, den sich zuvor nie jemand erlaubt hat. Wenngleich die Sehnsucht danach bestimmt groß war.

 

Oder aber es gab tiefe Angstthemen, sehr oft die Existenz betreffend. Auch das ist in den Zellen unseres Familiensystems gespeichert und wurde also an uns weiter gegeben. Wenn wir wirklich frei davon werden wollen, sind wir aufgefordert uns diesen Gefühlen zu stellen, Blockaden zu durchbrechen und alles Hinderliche zu beseitigen. Nicht im Sinne von loshaben wollen, sondern im dankbaren Zurückgeben an die Quelle. Es ist oder war ein Teil von uns und hat uns geholfen, vollständig zu werden. Und jetzt dürfen wir uns auf das Neue mit mehr Leichtigkeit und Freude ausrichten.

 

In Zeiten kultureller Entfremdung und Entwurzelung scheint es so wichtig, sich mit diesen Kräften der Vergangenheit bewusst zu verbinden. Denn obwohl die Verbindungen immer da sind, braucht es eine Absicht, um all das Gute und Wertvolle in unser gegenwärtiges Leben hereinzuholen. Die Energie des Alten lebt in uns fort und wenn wir es annehmen können, dann stehen uns unsere Ahnen mit ihrer Kraft und Weisheit heute in unserem Leben zur Verfügung. Ihr Blick auf uns ist ein wohlwollender. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als dass wir ein Werk, das sie einst begonnen haben, zu Ende zu bringen. Oder aber sie wünschen sich, dass ein Werk, das sie aus unterschiedlichen Gründen nie verwirklichen konnten, durch uns lebendig wird.

 

Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte unserer Familie ist ein Prozess der Vergebung. Er macht uns frei für das Hier und Jetzt und für unser „ureigenes“ Leben. Er setzt Energien frei für das, was wir wirklich in dieses Leben bringen wollen. Er bringt uns auf die Spur unseres ganz individuellen Lebenstraumes. Nach dem, was sich die Seele für dieses Leben vorgenommen hat. Die Seele ist immer vollkommen und mit allem in Frieden. Sie ist unbeeindruckt von den Dramen, die sich abgespielt haben mögen, denn sie weiß, dass trotz vieler Schwierigkeiten oder gerade deshalb im Leben sehr viel Lichtvolles entstehen kann.

 

Wenn wir vom Leben zuerst gebeutelt und dann geläutert werden, entwickeln wir alle Ressourcen, die es braucht, um den Stürmen des Lebens standzuhalten. Der Schmerz bringt uns tiefer in die Erde und ermöglicht so eine Verwurzelung, die es erlaubt, hoch hinaus zu wachsen. Dem Licht entgegen.

 

Die gegenwärtige Zeit erfordert ein Hinschauen, eine Reinigung und Klärung auf allen Ebenen. Wir dürfen uns dieser Aufgabe mutig stellen. Zum Einen, weil wir alle Voraussetzungen mitbringen, um unsere Herzenswünsche in Folge verwirklichen zu können. Zum Anderen, weil es Teil unserer Verantwortung ist, den Boden für eine neue Erde zu bereiten. Alle, die nach uns sein werden, werden sich gesegnet fühlen.

 

Ich wünsche dir für diese Reise in die Vergangenheit den Mut eines Kriegers, die Fürsorge einer Mutter und die Offenheit eines Kindes. Wenn du dich von deiner Seele leiten lässt, wird diese Reise eine Reise der Wunder werden und du wirst Schätze heben, von denen du zuvor nur geträumt hast. 

 

Kaum ein anderer Tag bietet sich besser an, um seinem inneren Kind zu begegnen, als der Muttertag. Jeder Mensch dieser Welt hat sie, die Mutter. Wir wurden alle aus einer Mutter geboren. Ob Mann oder Frau, ob Junge oder Mädchen. Nicht jede Frau gebiert, nicht jede Frau schenkt Leben, aber die Qualität der Mutter wohnt uns allen inne. Selbst wenn uns die eigene Mutter früh genommen wurde, so hat jemand ihre Rolle übernommen. In irgendeiner Form haben wir erfahren, was Fürsorge ist, sonst hätten wir es nicht bis hierher geschafft und könnten diesen Blog-Artikel nicht lesen.

 

Nun, da wir erwachsen sind, sind wir täglich mit dieser inneren Mutter in Resonanz. Natürlich auch mit unserem inneren Vater, aber heute soll das Mütterliche besondere Erwähnung finden. Egal welche Qualitäten wir von unserer Mutter übernommen haben, sie leben in unserer inneren Mutter fort. Das Bild der inneren Mutter, wenn es unserem Ideal auch nicht entspricht, können wir verändern. Jeder von uns ist bestimmt schon einmal einer dieser großartigen Frauen begegnet, deren Ausstrahlung von Weichheit, Weisheit, Stärke und Liebe durchtränkt war. In deren Nähe fühlt man sich wohl, sicher und geborgen. Sie inspirieren unseren Archetyp der Mutter. In solchen Begegnungen bekommen wir eine Gelegenheit, unser Mutterbild zu vervollkommnen.

 

Trotz widriger Umstände im Leben und trotz der vielen Herausforderungen, denen wir uns als Kind stellen mussten, hat sich das Leben durchgesetzt. Es hat uns immer vorwärts geschubst. Meist waren wir dabei unbewusst, aber etwas in uns hatte diese Stärke, wachsen oder auch „nur“ überleben zu wollen. Ist das nicht erstaunlich? Ich finde, es ist WUNDERbar. Es hat mit Größe zu tun. Einer Größe, die jedem von uns inne wohnt.

 

Es gibt diesen Satz eines Autors, dass es nie zu spät sei für eine glückliche Kindheit. Ich glaube das auch. Allerdings müssen wir dafür etwas tun. Wir müssen unserem inneren Kind wieder begegnen und ihm diese glückliche Kindheit ermöglichen. Das innere Kind sieht sich tagtäglich der inneren Mutter gegenüber, stellt manchmal Forderungen, ist manchmal überfordert, ist manchmal tieftraurig und dann auch wieder froh. Es fühlt sich oft genug unverstanden und dieses Gefühl wird auch immer wieder im Leben auftreten. Es ist unser inneres Kind, das in Not geraten ist und wir sind die einzigen, die Verständnis für die Not des inneren Kindes entwickeln können. Niemand sonst versteht seine Geschichte. Wir sind die einzigen, die jede Sekunde dieses Lebens mit unserem inneren Kind verbracht haben.

 

Der Kleine und die Kleine in uns, leben im Großen und der Großen fort. Und wann immer wir in einen Gefühlsstrudel hineingeraten, der mit Angst, Zorn, Wut und Trauer zu tun hat, dann ist unser inneres Kind verunsichert, verletzt oder beleidigt. Es war auch damals wütend. Es war auch damals traurig. Und es hatte auch damals Angst. Und viel zu oft konnte es dieses Gefühl nicht adäquat ausdrücken. Aus Selbstschutz hat es sich zurück genommen. Eigentlich aus Selbstliebe. Aus Liebe zu uns selbst haben wir damals all das getan oder unterlassen, was eben passiert ist. Ist nicht auch das WUNDERbar? Aus Liebe zu uns selbst …

 

Wenn ich das so schreibe, dann entsteht in mir das Gefühl, dass wir uns selbst viel öfter Rosen streuen sollten und sei es nur symbolhaft. Jeder von uns war sich selbst in jeder Sekunde seines Lebens so nah, dass er aus dieser Liebe zu sich selbst heraus gehandelt oder eben nicht gehandelt hat. Ja, viele Tränen wurden unterdrückt, so manches Wort wurde nicht ausgesprochen und so manche Verhaltensweise wurde unterbunden. Es scheint, als wäre all das eine Bremse für unsere Entwicklung gewesen. Aber jede Mutter, und jeder Vater hat das Bestmögliche gegeben. Und auch du und ich haben stets unser Bestmögliches gegeben. So gut wir es in jenen Momenten eben konnten.

 

Und das tun wir auch heute noch. Wenn wir allerdings mehr Verständnis für uns selbst entwickeln wollen und diese glückliche Kindheit nachholen wollen, dann ist die Begegnung mit unserem inneren Kind von ganz großer Wichtigkeit. Wer sonst könnte den Schmerz, den wir in uns tragen, nachvollziehen können? Wer sonst könnte unsere Freude verstehen? Natürlich haben wir mit der Freude meist kein Problem. Jedem fällt es viel leichter, in der Freude zu sein, als in den vermeintlich negativen Gefühlen. Und dennoch, der eigentliche Schatz liegt in Letzterem. Da liegt die Kraft für Wachstum. Die Kraft, um über uns hinauszuwachsen. Die Kraft für Transformation. In der Annahme des inneren Kindes, in der Annahme seines Schmerzes, im achtsamen Hinschauen und im Vermeiden von Verurteilungen wird dieses kleine Kind in seiner Essenz gesehen. Es wird wichtig. Und allein durch diese Akzeptanz und dieses Mitgefühl passiert in uns eine Wandlung. In genau diesem Moment, da wir dieses innere Kind auf den Schoβ nehmen und uns um seinen Seelenschmerz kümmern, passiert das WUNDER.

 

Genau dann passiert eine Veränderung in uns. Es kehrt Ruhe ein. Es ist gut. Es braucht nichts anderes. Es braucht nicht den Griff zur Zigarette. Und auch nicht den Griff in den Kühlschrank. Nicht den Frust-Kauf und auch sonst keine Ablenkung. Allein durch das Verständnis für das Gefühl dieses kleinen unschuldigen Kindes, entsteht ein Raum der Ruhe und des Friedens. Des ALL-EINS-SEINS. Und ist es nicht gerade diese Sehnsucht nach Eins-Sein, die in jedem von uns wohnt? Der Wunsch, mit sich selbst und der Welt im Frieden zu sein?

 

Ich habe heute mit meinem inneren Kind einen Spaziergang gemacht und es fielen mir die vielen weißen Blüten an den Sträuchern auf. So als hätte der Frühling rechtzeitig zum Muttertag sein unschuldiges Weiß aus den Zweigen geholt. Und der Gedanke kam mir, dass dieses Weiß für die Unschuld dieses inneren Kindes steht. Diese Unschuld ist immer mit uns. Und durch unser inneres Kind möchte sie sich Gehör verschaffen. Wenn wir wollen, können wir lernen, auf unser inneres Kind einzugehen. Es auf allen unseren Reisen im Leben mitzunehmen. Es ist eine Beziehung, die wir kultivieren können, wie die Beziehung zu einem lieben Menschen. Wir können lernen, unsere Dankbarkeit auszudrücken oder einfach nachzufragen, was es im Hier und Jetzt braucht: Zuwendung oder Stille? Ein Spiel oder einen Spaziergang? Das Lieblingsgericht oder einen Ausflug? Bunte Kleider oder Blumen in der Vase? Handwerken, Ordnung schaffen oder Tanzen?

 

Innehalten. Durchatmen. Nachspüren, was das innere Kind jetzt braucht. Meist will es in die Leichtigkeit gehen. Oft will es lachen. Es sucht die Freude. Wenn wir in der Freude sind, sind wir mit unserem inneren Kind verbunden und im Frieden.

 

 

Ich wünsche dir, dass du deinem inneren Kind mit einem offenen Herzen begegnest. Ich wünsche dir viele freudvolle Momente. Und ich wünsche dir, dass du das WUNDER geschehen lassen kannst, glücklich und im Frieden zu sein.

 

 

Kürzlich habe ich ein Video gesehen, in dem ein indischer Meister über das Wesentlichste im Leben sprach. Er bediente sich dazu eines Beispiels. Was auch immer für ein Malheur im Alltag passieren mag, und wenn es ein kolossaler Verlust an der Börse wäre, am besten man versucht, den Atem für zwei Minuten anzuhalten. Was dann passiert, ist einfach. Denn ob man will oder nicht, der Körper wird einem unmissverständlich mitteilen: „Zum Teufel mit dem verlorenen Geld. Ich will leben.“ Also atmen. Im Publikum gab es schallendes Gelächter. Die Essenz war verstanden worden.

 

Ohne ATEM, kein Leben. Das einfachste, wirkungsvollste und wertvollste Mittel, dessen wir uns im Alltag ganz selbstverständlich bedienen, ist der Atem. Er begleitet uns meist unbewusst, dafür aber sehr verlässlich. Wir müssen ihn nicht bitten. Seine Präsenz zeigt uns eine weise Lektion der Ganzheit und Harmonie auf. Eine Lektion, in der das Pendel beständig von einem Pol zum anderen schwingt. Und das in jeder Sekunde. Auf jedes Einatmen folgt ein Ausatmen. Auf jedes Aufnehmen ein Abgeben. Es passiert ganz einfach, ohne dass wir von außen eingreifen oder irgendwelche Stellschrauben bedienen müssten. Der Rhythmus präsentiert sich in absoluter Harmonie. Wir nehmen Lebensenergie auf und verströmen sie wieder. Kein einziges Lebewesen könnte durch Einseitigkeit überleben.

 

Der Atem fließt auf ganz natürliche Weise. Wir müssen nichts dafür tun. Hingabe ist das einzige, was er von uns fordert. Hingabe ans Leben. Ein JA zum Leben, den Rest vollbringt er scheinbar von alleine. Durchatmen. Bewusst atmen. Einatmen und den Atem wieder loslassen. Die Lungen mit frischer Morgenluft füllen. Ein wonnevoller Moment. Ich nahm ihn vorgestern zum Anlass, um trotz nasstrüber Witterung einen Spaziergang zu machen. Es war halb zehn Uhr morgens. Ich hüllte mich in Daunenjacke, Schal und Mütze. Der Winter war zurück. Die Luft alleine war verlockend genug, um den Morgen willkommen zu heißen. Ich wählte ein flottes Tempo, um nicht auszukühlen. In meinen Beinen kribbelte es. Ich spürte Leben in jeder Bewegung.

 

Der Spaziergang wurde zur Meditation. Der Körper war gefordert. Der Kopf frei, die Aura gereinigt. Ich war alleine unterwegs. Ablenkung lieferten allein die Autos an den Kreuzungen. Während ich den Morgen willkommen hieß, fragte ich mich, wie es wohl wäre, wenn wir das Leben wieder mehr und mehr auf die Natur ausrichten würden, auf ihren Rhythmus und auf eine natürliche Lebensweise. Arbeiten von zuhause aus, um dem Stau am Morgen zu entgehen. Ausreichend schlafen. Den Tag mit Sonnenaufgang zu beginnen, und mit Sonnenuntergang zu beenden. Einfache Mahlzeiten einzunehmen. Authentische Nahrungsmittel zu wählen. Den originalen Geschmack der Lebensmittel wieder zu fühlen und zu erkennen. Regional zu kaufen. Und saisonal zu essen.

 

Auf den eigenen Körper zu achten. Nachspüren, was er braucht. Ruhe oder Bewegung? Ein Verwöhnt werden wollen oder einfach nur Aufmerksamkeit. Welche Nahrung möchte er? Und wie viel davon? Ich war erstaunt wie herrlich der warme Bohnensalat schmeckte, den ich mir kürzlich als Abendessen zubereitet hatte. Es brauchte nichts weiter, als den kraftvollen Proteinschub mit Frühlingszwiebeln. Zum Dank stellte sich ein wunderbares Sättigungsgefühl ein. Und zur Belohnung dauerte auch der Abwasch nicht lange. Obwohl, und das sei an dieser Stelle erwähnt, der Abwasch eine herrliche Möglichkeit der Meditation bietet.

 

Weniger ist mehr. Sei es weniger Geschirr oder weniger Plastik. Weniger Newsletter oder weniger Vereinsbeteiligungen. Weniger Möbel oder weniger Bücher. Weniger Gedanken oder weniger Sorgen. Weniger Termine oder weniger Ablenkungen. Für jeden lautet die Antwort anders. Ein Auto kann Freiheit schenken oder sie rauben. Ein voller Kühlschrank kann Phantasie anregen oder den Überblick nehmen. Termine können inspirieren oder erdrücken. Nachspüren, was für einen selbst richtig erscheint, verhilft dazu, sich von Versklavungen zu lösen und frei für das Authentische zu werden. Für das, was wirklich aus einem geboren werden möchte.

 

Je weniger von dem vorhanden ist, was unsere Freiheit einschränkt, desto mehr können jene Annehmlichkeiten ins Leben treten, die unseren Geist weit machen. Je mehr physischer, mentaler und emotionaler Ballast abgeworfen wird, desto weiter wird der Raum für jene Dinge im Leben, die uns im Innersten erfüllen und bereichern. Es ist der Moment, in dem die Seele aufatmet. Ihre Weisheit ging uns schon immer voraus. Und ihre Freude ist groß, wenn ihr Alter Ego dabei ist, heimzukehren. Es ist der Moment tiefster Zufriedenheit in einem Selbst. Ein Moment, in dem das Aufatmen oder Durchatmen Glückseligkeit bedeutet.

 

Das Leben ist einfach. Natur ist einfach. Alles dreht sich um das Wachsen und Vergehen. Die Natur zeigt uns den Ablauf auf ganz pragmatische Weise. Nichts wird festgehalten, nichts zurück gehalten. Die Natur gibt. Sie kann gar nicht anders, als zu sein. Die Elemente sind ihr Atem. Wenn die Sonne wieder höher steht, der Boden sich erwärmt und ausreichend Wasser denselben genährt hat, erblüht der Apfelbaum in jedem Frühling aufs Neue. Das ist seine Aufgabe. Seine Essenz. Sein Sein.

 

Einfach leben. Natürlich leben. Zurück zum Essentiellen. Zurück zur Langsamkeit. Mehr Fühlen und weniger Denken. Mehr spüren und weniger beurteilen. Mehr im Körper sein. Bewusster Atmen. Ich glaube, dass dieses Bewusstwerden über den Atem ganz automatisch zu einem bewussteren Leben führt. Oft genug ist der Atem Indiz dafür, wie es unserem Körper gerade geht. Indem wir bewusst hinein spüren, tief durchatmen und loslassen, was uns vielleicht sorgenvoll beschäftigt oder belastet, können wir Gefühle verändern und den Körper entspannen. Denn, wie sagte doch der indische Meister? Dem Körper ist es egal, welch vermeintliche Katastrophe sich ereignet hat (die ohnedies erst durch unsere Gedanken zur Katastrophe wird), er will leben. Also atmet er. Beziehungsweise wird er geatmet.

 

Der Atem ist ein Geschenk. In jeder Sekunde ermöglicht er uns einen Neuanfang. In jedem Moment können wir das Alte, Überlebte, ausatmen und loslassen. Und jedes Einatmen ist eine Möglichkeit, des Neuanfangs, in dem wir Freude und Zufriedenheit ins Leben bringen können. Ein großer Dichter und Denker hat es einst sehr treffend formuliert:

 

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden: Die Luft einziehen, sich ihrer entladen; jenes bedrängt, dieses erfrischt; so wunderbar ist das Leben gemischt. Du danke Gott, wenn er dich preßt, und dank ihm, wenn er dich wieder entläßt! Johann Wolfgang von Goethe

 

Der kürzliche Neumond am 7. April hat eingeladen, uns auf das Neue auszurichten. Ich hatte an dem Tag wohl nicht zufällig ein Coaching zu einem für mich sensiblen Thema. Kein anderer Tag hätte sich besser dafür geeignet. Ich ging mit neuen Erkenntnissen nach Hause und seither scheint einiges in Verwandlung.

 

Das wohl beste Geschenk dieser Sitzung war „The Work“ von Byron Katie. Ich hatte von dieser erstaunlichen Frau gehört und mir auch vorgenommen, mich ihrer Lektüre zu widmen, aber offensichtlich war die Zeit noch nicht reif gewesen. Jetzt war der Moment da. Ich verschlang in den vergangen Tagen zahlreiche ihrer Videos inklusive einem handlichen Buch, das ihre faszinierende Arbeit erklärt.

 

„Konnte sie tatsächlich so einfach sein, „die Arbeit“? Sich zu fragen, ob das, was man als Glaubenssatz in sich trägt, auch tatsächlich der Wahrheit entsprach und nachzuspüren, wie es einem ginge, wenn man den Glaubenssatz losließ? Ich probierte es an der ersten Aufgabe aus und siehe da, in mir weitete sich ein Raum, den es vorher nicht zu geben schien. Ein Zustand von Frieden und Freiheit machte sich breit und ich glaube, es war das erste Mal im Leben, da ich wirklich begriff, was es hieß, einen Gedanken loszulassen und in die Rolle der Beobachterin zu schlüpfen.

 

Wenn ich sitze, dann sitze ich. Ich brauche nicht zu denken, dass ich sitze. Denn ob ich es denke oder nicht, ich sitze dennoch. Wenn ich schreibe, dann schreibe ich. Ich muss nicht denken „Jetzt schreibe ich.“ Denn ob ich es denke oder nicht, ich schreibe trotzdem. Der einzige Unterschied besteht darin, dass wenn ich das Denken ausschalte, viel mehr Energie für den gegenwärtigen Moment zur Verfügung steht. Ich bin in der rechten Gehirnhälfte angekommen, in dem Raum von Kreativität, Intuition und Inspiration. Ich kann sozusagen Quellen anzapfen, die mir unmöglich zugänglich sind, wenn ich mich fortwährend in der analytisch, strukturellen Welt der linken Gehirnhälfte aufhalte.

 

In den folgenden Übungen war es also meine erste Aufgabe, mich der Realität zu stellen und anzunehmen, was ist, ohne Wenn und Aber. Machen wir es an einem Beispiel fest: „Ich sollte konsequenter sein.“ Die erste Frage gemäß „The Work“ lautete: „Ist das wahr?“ Die zweite: „Kann ich wirklich wissen, dass das wahr ist?“ Wie kann ich tatsächlich wissen, ob es besser wäre, in meinem Leben konsequenter zu sein? Ich konnte es nicht wissen. Also lautete die Antwort auf beide Fragen: „Nein, es ist nicht wahr.“ Die dritte Frage war einfach zu beantworten: „Wie reagiere ich, wenn ich an dem Glaubenssatz festhalte?“ Mit Stress und Anspannung. Gab es dann einen Grund, an dem Glaubenssatz festzuhalten? Nein, natürlich nicht. Und wie würde es sich anfühlen, wenn ich die Überzeugung nicht hätte? Ein Gefühl von Erleichterung würde sich einstellen. Druck und Anspannung  im Körper würden nachlassen. Und war es nicht dieses Gefühl, wonach ich mich sehnte? Das Gefühl im Flow zu sein? Mit den Energien zu gehen, ohne mich ihnen in den Weg zu stellen?

 

Allen Widerstand und inneren Kampf aufzugeben, fühlte sich wahrhaft befreiend an. Ich spürte, wie mein Atem tiefer und bewusster wurde und wie sich eine Stille in mir breit machte. Der Kampf entstammte ja doch nur dem Ego, unserem Kontrollinstrument und unwissenden Anteil, der wie ein Kind an die Hand genommen werden möchte, um behutsam in das Land wirklicher Freiheit geführt zu werden.

 

Die zweite Aufgabe war es, all die irritierenden und störenden Dinge des Alltags, von der Unpünktlichkeit angefangen, über Lügen und Korruption bis hin zu den Verschwörungen in dieser Welt, als einen Spiegel unserer Selbst zu betrachten und jeden Glaubenssatz darüber in sein Gegenteil zu verwandeln. „Es wird soviel gelogen in dieser Welt.“ könnte mir aufzeigen, dass ich selbst in dem einen oder anderen Bereich meines Lebens unehrlich bin, dass ich also ehrlicher sein sollte. Nur wenn ich eine Qualität aus meiner Erfahrung kenne, kann ich sie im Außen wahrnehmen. Die Umkehrung entsprach also mindestens genauso sehr der Wahrheit. Je mehr ich mich darin übe, desto gewahrer werde ich, dass wir alle gleich und alle ALLES sind. The Work führt uns zu den Schatten, die wir so gerne ins Außen projizieren. Aber nur durch das Hinschauen und Wahrnehmen dieser von uns so ungern gesehenen Anteile, ist Erlösung derselben möglich. Und Integration. Es macht uns ganzer und mitfühlender mit den Menschen um uns herum, denn in jedem einzelnen begegnen wir uns selbst.

 

Wer wir wirklich sind, haben wir verstanden, wenn es keine Trennung mehr zwischen allem Leben gibt. Wenn die Gedanken die Bedeutung verlieren, die ihnen unser Ego beimisst. Wenn wir zum Schauenden werden, zum liebevoll Hinschauenden. Was nicht heißt, dass man aller Verantwortung entbunden ist. Im Gegenteil. The Work, die Arbeit, führt uns in die Eigenverantwortung. In unser Vollständigwerden. Je weniger wir uns im Kopf verirren, desto präsenter sind wir. Desto verbundener mit Allem um uns herum. Und wer sagt, dass nicht gerade diese Präsenz und Verbundenheit im Alltag zu Ergebnissen führt, die diesen Planeten in einen wahrhaft strahlenden und befriedeten Organismus verwandeln könnten. Menschen, die diese Präsenz leben, bieten jedem Verbrecher die schönste aller Projektionsflächen. Ein Verbrecher, der in ein solches Spiegelbild blickt, könnte eine wahrhaftige Wandlung erfahren.

 

Wie oben, so unten. Wie im Innen, so im Außen. Das Neue, das in meine Welt trat, sah ganz anders aus als erwartet. Viel grösser und schöner. Ein Geschenk, das mich frei macht. Ich bin eingeladen, mich darauf einzulassen. Und ich weiß mit Sicherheit, es bleibt mir ein ganzes Leben, um dank dieser neuen Herangehensweise an mir und an den Dingen zu wachsen. Jede Begegnung im Alltag bringt unzählige Übungen dazu. Ich entscheide, ob ich sie lösen, oder vor mir selbst davon laufen möchte. Es ist meine Verantwortung. Ich kreiere meine Version dieser Welt durch meine Art die Dinge zu betrachten. Und dafür stehen mir zwei Pole zur Auswahl.

 

Mein Dank geht an dich, Michelle. Es lebe das Neue.

 

 

So steht es auf der Webseite von Sternhagens Landhaus. Einem Kleinod, das die Familie Sternhagen auf einer Zauberinsel erschaffen hat.

 

Ich habe Claudia in Indien kennen gelernt. In dem Ashram unweit von Mumbai, in dem ich eine Woche der Transformation erfuhr. Wochen später, zurück in Wien, begegnete ich ihr abermals. Es war Balsam für mich, mein inneres Erleben mit jemandem zu teilen, der ähnliche Erfahrungen gemacht hatte. Nie werde ich das Lachen vergessen, das mir Claudia dank ihrer wohltuenden Antwort auf einen meiner Kommentare entlockt hat. Ich glaube, es war jener Moment, da ich unsere Seelenverbindung gespürt habe und mit gutem Gefühl behaupten kann, eine Freundin gewonnen zu haben.

 

An dem Abend erfuhr ich vieles aus ihrem Leben, doch absolut verblüfft war ich, als sie mir erzählte, sie würde auf einer Insel leben. Ich kann schwerlich meine „Fische“ Natur leugnen, die alles Wasser liebt, und entsprechend neugierig wurde ich. Eine Insel mit Namen Föhr. Ich hatte keine Vorstellung, wo auf der Landkarte sie zu finden war. Google half aus, und sobald ich das putzige Eiland entdeckt hatte, machte sich eine kindliche Aufregung in mir breit. Im hohen Norden Deutschlands also lag es, eingebettet in der Friesischen Karibik, ganz nah an der dänischen Grenze.

 

Claudia erzählte, dass sie mit ihrer Familie seit 18 Jahren dort lebt. Gemeinsam mit ihrem Mann wählte sie einen 300 Jahre alten Bauernhof und verwandelte ihn in liebevoller Handarbeit in ein Kleinod der besonderen Art: in Sternhagens Landhaus. Als ich die Bilder im Internet sah, kam ich ins Träumen. Mein Gott, wie schön musste es dort sein.

 

Claudia war zurück in ihrer Heimat, als ich ihr via Mail für die so herzliche Begegnung in Wien dankte, und im selben Zuge erwähnte, dass ich nichts lieber tun würde, als sie auf Föhr zu besuchen. Dann irgendwann einmal, in ferner Zukunft. Doch manchmal liebt das Leben Überraschungen. Ich war soeben von meiner Reise nach Paris heimgekehrt, als ich eine Einladung in Sternhagens Landhaus für den Monat März in meiner Mailbox fand. Jene Zeilen ließen mein Herz hüpfen. Ich fühlte ein bedingungsloses Ja ohne den geringsten Zweifel und in dieser meiner Begeisterung war eine Flugverbindung in den Norden bald gefunden. Ich erwartete mit Spannung und kindlicher Vorfreude eine frische Begegnung mit einem mir unbekannten Teil dieser Erde und einem herzlichen Menschen.

 

Zwischen Wien und Sternhagens Landhaus liegen etwa 1000 km. Genauso viele wie zwischen Wien und Paris. Doch um auf die Insel zu gelangen, braucht es dreierlei Transportmittel. Einen Flug nach Hamburg, eine Fahrt mit der Nordostsee-Bahn nach Niebüll, eine kurze Fahrt mit einer Privatbahn nach Dagebüll und eine Überfahrt mit der Fähre nach Wyk. An die lustigen Namen des Nordens musste ich mich erst gewöhnen. Schließlich begleiteten sie mich eine ganze Woche lang. Am 8. März um fünf Uhr morgens zog ich los. Claudia hatte mir den Weg wunderbar beschrieben und angeboten, mich vom Fährhafen in Wyk abzuholen. Ich fand es aufregend, die vielen Etappen der Wegstrecke mit Flugzeug, Bahn und Schiff zu absolvieren. Den ersten Blick auf die Nordsee erhaschte ich um zwei Uhr nachmittags. Ich konnte mich kaum sattsehen. Trotz der Kälte des Nordens wurde mir beim Anblick der See ganz warm ums Herz. Ein Teil von mir war hier zuhause.

 

Eine Stunde später schloss mich Claudia in die Arme. Sie war mit ihrem rapsgelben Wagen gekommen, auf dem in zarten Lettern stand: „Fahr, wohin dein Herz dich führt.“

 

„Moin“ sagen hier die Inselbewohner, wenn sie einen begrüßen. Der Begriff entstammt dem Nordfriesischen, das so gut wie gar nichts mit der Deutschen Hochsprache gemein hat. Die nordfriesischen Dialekte rühren aus der alten westgermanischen Sprache und werden von den Bewohnern der Festlandküste des schleswig-holsteinischen Kreises Nordfriesland gesprochen. Also auf den vorgelagerten Inseln Föhr, Amrum, Sylt, den Halligen und auf Helgoland.

 

Unweigerlich fiel mir die Musik meiner Kindheit ein, als ich jener Musikkassette lauschte, die Schlager von Freddy Quinn enthielt. An kein anderes Lied erinnere ich mich so gut wie jenes von der kleinen Möwe, die nach Helgoland fliegt um einem geliebten Mädel einen Kuss zu überbringen. Ich war damals nicht älter als zehn Jahre, aber etwas in mir wusste bereits von der Sehnsucht nach Reisen, Weite und Meer. Und jetzt war ich mit einem Mal dort, wo sie zuhause waren, die Möwen, und wo sie ihre romantischen Missionen erfüllten.

 

Sternhagens zauberhaftes Landhaus liegt in der Buurnstraat 49 in der entzückenden Ortschaft Oevenum. Viele lebhafte Details empfangen einen im gepflasterten Vorhof und spürbar gute Energien sind hier zuhause. An meinem Ankunftstag wurde das Dach repariert. Ich wurde in ein entzückendes Zimmer einquartiert. Ein heimeliges Gelb an den Wänden wog die Kälte im Freien auf. Der petrolfarbene Teppichboden lieferte einen hübschen Kontrast zu den Rottönen auf Tisch und Bett. Die Bettwäsche barg riesige, blutrote Kirschen, mein geliebtes Symbol aus Kindertagen. Ich liebte mein kleines Reich. Während Claudia und Jörn organisatorische Dinge zu erledigen hatten, spazierte ich dick eingemummt durch die Ortschaft, bestaunte die entzückenden reetgedeckten Häuschen, die bunten Akzente in den Gärten, die die Krokusse setzten und den Puppenhauscharakter des Dorfes. Ein Graupelschauer fiel urplötzlich hernieder und verschwand so rasch wie er gekommen war. In der angebrochenen Dunkelheit brach sich auch das Abendlicht Bahn und zauberte eine Atmosphäre von Milde und Güte in die Landschaft, wie es nur die Natur vermag. Es war ein märchenhafter Anblick.

 

Meine Gastgeber taten alles für mein Wohlbefinden. Ich bekam Lektüre geliehen, die meinen Geist nährte und führte Gespräche, in der die Seele zuhause war. Herzlichkeit war in dem Kleinod groß geschrieben. Das spürten auch all die Gäste, die in den darauffolgenden Tagen begrüßt wurden. Ich liebte diese Tage auf Föhr. Lange Spaziergänge am Strand in Wyk, eine Schlickpackung in der Wellnessoase des Hauptortes, ein Besuch im Friesen-Museum und eine Einkehr in „Klein Helgoland“, einem wunderbaren Café zum Verweilen und Genießen, bleiben mir unvergesslich.

 

Alle Orte der Insel sind öffentlich gut zu erreichen. Zwei Buslinien teilen sich die Arbeit und laufen in gegengleicher Richtung. Sie klappern die elf Dörfer ab, deren Namen sich wie ein Auszug aus einer geheimnisumwobenen Sagenwelt lesen: Oldsum, Nieblum, Witsum, Utersum, Dunsum, Wrixum, Borgsum … und wie sie alle heißen. Es lohnt, ein jedes zu erkunden, doch am schönsten fand ich den Strandspaziergang in Utersum mitsamt dem Sonnenuntergang, Stellys Hüüs, ein fabelhaftes Café mit angeschlossener Töpferei in Oldsum, das Dorf Nieblum mit der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Johannis und den redenden Grabsteinen, die ganze Biografien der Verstorbenen beinhalten, sowie das Museum der Westküste in Alkersum. Eine erstklassige Austellung erfreut dort jeden Kunstliebhaber in einem wunderschönen Gebäude, das alt und neu in sich vereint.

 

Dieser Urlaub zählt zu den besten und schönsten Überraschungen meines Lebens. Ich verdanke ihn Claudia und Jörn. Alle Qualitäten, die mir lieb und teuer sind, habe ich in Sternhagens Landhaus und auf der Insel Föhr angetroffen: Herzlichkeit, Verbundenheit, Mitgefühl, Freude, Tiefgang, Weite, Genuss, Licht, Farben und Entspannung. Und auch das Wetter war mir so unglaublich hold, dass selbst die Einwohner der Insel staunten. Wieder einmal hat sich bewahrheitet, dass das Herz allein den wahren Weg kennt. Was ich fühle ist pure Dankbarkeit.

 

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Neueste Kommentare

18.05 | 21:36

DANKE

...
18.05 | 21:27

Das freut mich, liebe Steffi! Es ist sooo wichtig, unser inneres Kind zu verstehen. Ich wünsche dir viele einfühlsame Begegnungen mit ihm. Liebe Grüsse, Erika

...
18.05 | 19:52

Danke für diesen schönen Artikel! Ich glaube, ich habe jetzt wieder mehr Verständnis für mein inneres Kind, das sich gerade ziemlich oft und heftig meldet... ;-

...
20.04 | 09:14

Die Freude war ganz auf meiner Seite

...